Vor 25 Jahren Es ist nun fast 25 Jahre her das ein heute vergessener Krieg geführt wurde. Mehr als 13000 Kilometer von hier entfernt.
Es werden wieder große Feierlichkeiten abgehalten werden. Die Helden werden geehrt, an die Toten wird gedacht und die Veteranenvereine marschieren. In Argentinien wie in England gedenkt man den Toten.
Warum sind sie Tot?
Wer starb warum und wofür?
1000 Menschen sind bei diesem „Konflikt“ getötet worden. Es ist die Zahl der unzähligen Chroniken und Bücher die zu diesem Thema erschienen sind. Doch die Zahl stimmt nicht. Inzwischen sind es 1800 Tote. In Groß Britannien und Argentinien nahmen sich seit dem Ende des Krieges rund 800 Veteranen das Leben. Tot durch posttraumatische Belastungsstörungen.
Über sie spricht kaum jemand. Sie zählen nicht in den Statistiken eines Krieges.
So bleibt die Zahl 1000 in den Büchern stehen. Dazu die Angaben 2. April und 14. Juni, Anfang und Ende eines Krieges. Wer gegen wen? Groß Britannien gewinnt gegen Argentinien. Endstand: 300 zu 700.
Aber das ist zu einfach. 25 Jahre sind vorbei. Vergessen ist dieser Krieg wie so viele zuvor. Namenslisten mit Gefallenen, Gedenksteine, Soldatenfriedhöfe, sie alle sollen die Erinnerungen an einen Krieg wach halten und dafür sorgen das es nie wieder passiert.
Die Abläufe werden hier chronologisch erscheinen. Wenn es klappt am gleichen Datum wie vor 25 Jahren. Dieses Weblog soll nicht der Heldenverehrung dienen und erst recht kein weiterer geschichtlicher Beitrag zum 25. Jahrestag des Falklandkrieges sein.
Es werden hier Fakten und Einzelschicksale auftauchen. Einblicke werden gegeben die teilweise unter die Haut gehen.
Für viele Veteranen ist es die Hölle jedes Jahr auf neue die Tage des Falklandkrieges im Kalender zu sehen, zu wissen was man gemacht hat. Das einzige was sich ändert sind die Zahlen neben den Jahren die vergangen sind. Trotzdem erleben viele gerade den 14. Juni sehr intensiv. Es ist der Tag wo mittags der Waffenstillstand in Kraft trat, der Krieg damit in der Hauptsache erledigt war.
Viele sind inzwischen auf die Falklands zurückgekehrt, als Touristen. Die meisten die es taten sagen das es ihnen sehr geholfen hat und heilsam war. Noch einmal dort zu stehen wo sie kämpften und Freunde verloren. Noch einmal mit Kameraden zusammen treffen. Noch einmal in die grandiose Landschaft schauen, eine Landschaft die es kaum ein zweites Mal auf Erden gibt.
Alle die dort waren, egal ob Argentinier oder Brite, bleiben mit dieser Insel verbunden.
Wo fängt man an, wo hört man auf?
Am Anfang am besten.
Dies ist eine wahre Geschichte.
Alle Personen unter 16 Jahren werden an dieser Stelle aufgefordert dieses Weblog zu verlassen!
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Verfasst am 17.06.2007 22:15:16 Uhr Donnerstag, 17. Juni 1982 London Äußerst Schwerstverwundet
John Lawrence, Vater von Robert Lawrence der am 14. Juni durch einen argentinischen Scharfschützen auf Tumbledown verwundet wurde: „Jean blieb am Morgen zu Hause, ich ging wie gewöhnlich zu den Lords in mein Büro. Jack Bailey sah bei mir herein um mir zu sagen wie leid es ihm tat als er die schreckliche Nachricht über die Verwundung von Robert hörte. Er sagte das ich mir frei nehmen können wann immer ich es bräuchte. Was sollte ich darauf sagen? Ich wollte ihm vor einer Peinlichkeit bewahren und sagen das ich sicher wäre das mit Robert alles in Ordnung wäre. Schusswunde im Kopf. Wie kann da alles in Ordnung sein? Oh Gott! Bitte gib ihm Kraft und Mut und – Fröhlichkeit? Nein, das wichtigste wonach ich bitten war Hoffnung.
Als der Morgen zur Hälfte um war begab ich mich zum Long Room. Dort kam ein Stewart zu mir und sagte das ein Oberst in meinem Büro auf mich warten würde. Es war der kommandierende Oberstleutnant der Scots Guards. Wir hatten uns zuvor noch nie getroffen. Ich kannte seine beiden Vorgänger. So gaben wir uns die Hände und stellten uns einander vor. Ich hatte den klaren Eindruck das der Händedruck von ihm nicht richtig gegeben wurde. Er wirkte nervös und ich bat ihm an sich zu setzen, aber bevor er sich setzte sagte er, >ich befürchte das er äußerst schwerstverwundet ist. Wir haben heute Morgen eine Kategorisierung per Funk übermittelt bekommen. Unglücklicherweise habe ich keine weiteren Details.<
Ich wusste aus der Zeit wo ich bei der Luftwaffe gewesen bin, das „äußerst schwerstverwundet“ bedeutete das es keine Hoffnung gab das Robert es überleben würde.
Wir standen verlegen herum während ich mit meinen Tränen kämpfen musste.
>Ich lasse es Sie wissen, sobald ich irgendetwas neues erfahre<, sagte der Oberst.
>Ich bin Ihnen sehr dankbar. Als ich die erste Mitteilung im Geschäftszimmer in Chelsea gestern mit Christopher gesehen habe sagte der Oberfeldwebel das Robert nicht kategorisiert wurde und das das ganze nichts ernstes wäre. Ich wusste das es schlimmer wäre. Ich sagte das ich es besser hätte akzeptieren können wenn andere auf dieser Mitteilung kategorisiert worden wären, nur mit Ausnahme von Feldwebel Wight, der tot war, wurde niemand kategorisiert. Pengelly wurde auch nicht kategorisiert und er war doch in Roberts Zug?<
>Er? Ich bin mir da nicht sicher<, sagte der Oberst, der jetzt so aussah als ob er einen Schnaps dringend bräuchte.
Ich dankte ihm für die Unannehmlichkeiten die er auf sich genommen hatte um mit mir persönlich zu sprechen und ich zeigte ihm den Weg hinaus zu seinem Dienstwagen.
An diesem Tag leistete Phyllis Tovar Jean zu Hause Gesellschaft. Sie war dafür extra aus Glouchester herüber gekommen. Phyllis hatte einen Urlaub abgesagt den sie eigentlich an diesem Wochenende verbringen wollte. Ich denke das sie das eine ganze Menge Geld gekostet hat. Es mag ein Klischee sein, aber in solchen Zeiten kann man daran erkennen welches die wirklichen Freunde sind.“ (1)
Port William / Stanley / Buenos Aires / London / Schweizer Botschaft Keine Erlaubnis
In den Gewässern von Port William ankert das Kreuzfahrtschiff CANBERRA und die Nordseefähre NORLAND. Im Verlauf des vergangenen Tages und des 17. Junis wurden auf die CANBERRA 4167 und auf die NORLAND 2000 argentinische Kriegsgefangene übergesetzt. Damit sind sie aus der Kälte und dem Schmutz der Halbinsel von Stanley entronnen. Doch auf dem Weg nach Hause sind sie noch nicht. Zuvor wurden sie noch mals durchsucht. Es kommen Pistolen, Bajonette und Handgranaten zum Vorschein. Ein schweres Maschinengewehr wird in Einzelteilen zerlegt und auf mehrere Argentinier verteilt entdeckt. Munition war jedoch nicht dabei.
London übersendet zum wiederholten Male eine Nachricht an die argentinische Regierung. Sie wird an die Schweizer Botschaft in Buenos Aires übermittelt die sie dann an die Junta weiterleitet.:
„Nach dem die Waffenruhe auf den Falkland Inseln in Kraft getreten ist, befinden sich hier eine große Anzahl von argentinischem Personal das so schnell wie möglich nach Hause zu ihren Familien in Argentinien zurückkehren möchten. Die Britische Regierung ist vorbereitet die Rückführung so schnell wie möglich zu starten. Dafür benötigen wir die Zusage der Argentinischen Regierung das die Kriegshandlungen zwischen beiden Staaten beendet sind und die Zustimmung das Argentinien die Rückführung der argentinischen Kriegsgefangenen von den Falkland Inseln und den anderen Bereichen des Schutzgebietes durch britische Schiffe direkt in argentinische Häfen erlaubt. Die Britische Regierung benötigt außerdem die Zusage das jedem Schiff und jedem Flugzeug das sich an dieser Rückführung beteiligt freies Geleit zugesagt wird. Des weiteren eine Zusage das wenn die Einstellung der Kriegshandlungen zugesagt worden ist, beide Seiten gleichzeitig ihre Handelsbeschränkungen und die Sperrzonen aufnehmen. Die Britische Regierung erklärt sich bereit in diesem Falle auf alle Länder die gegen Argentinien Handelsbeschränkungen beschlossen haben dahingehend einzuwirken das diese Beschränkungen aufgehoben werden. Sobald es eine positive Reaktion auf dieses Angebot vorliegt können die detaillierten Abmachungen über die Rückführung der argentinischen Kriegsgefangenen getroffen werden.“ (2)
Aus Buenos Aires kommt zur Antwort das es Argentinien noch nicht möglich ist, zum derzeitigen Zeitpunkt die Soldaten aufzunehmen. Es fehle an der dafür notwendigen Infrastruktur. Tatsächlich will von der Galtieri Regierung niemand die Soldaten von den Falkland Inseln wieder in Argentinien haben, erst recht nicht bei ihren Familien. Die Junta fürchtet zurecht die Anlandung von Tausenden von argentinischen Soldaten von den Falkland Inseln. Diese Soldaten wissen wirklich was sich während des Krieges abgespielt hat.
Außerdem ist man nicht bereit das Ende der Kriegshandlungen zu erklären zuvor müssen die Briten die Luft- und Seeblockade aufheben. Das Kriegskabinett in London ist dazu jedoch nicht bereit. Außerdem stellt Groß Britannien vor die Rückführung der argentinischen Soldaten die Herausgabe von Leutnant Jeoffrey Glover. Dieser britische Pilot ist der einzige Kriegsgefangene in argentinischen Gewahrsam. Er war am 21. Mai abgeschossen worden und hatte sich einen Arm und mehrere Rippen gebrochen.
Stanley Beute
Den britischen Streitkräften sind Tausende von Infanteriewaffen in die Hände gefallen. Was damit geschehen soll ist noch unklar. Auch was mit den Panzern und Geschützen werden wird muss noch entschieden werden. Unterdessen fliegen Hunderte von Stahlhelmen der Argentinier von Bord der CANBERRA und der NORLAND ins mehr. Die Briten haben angefangen argentinische Altlasten zu entsorgen. 44 Flugzeuge und Hubschrauber gehen in britischen Besitz über. Die meisten Fluggeräte sind nicht mehr einsatzfähig. Entweder durch britischen Beschuss oder durch die Plünderung von Souvenirjägern. Doch sechs der Hubschrauber werden ab sofort von den Briten für ihre Zwecke eingesetzt.
Buenos Aires Abtritt
In Buenos Aires ist die Lage angespannt. Offen wird gegen die Junta demonstriert. General Galtieri tritt von seinem Amt als Präsident zurück. Er macht dies nicht aus freien Stücken. Das Militär im Hintergrund duldet keine Fehlschläge. Er wird zum Rücktritt gezwungen und unter Hausarrest gestellt. Dozo und Anaya verlieren ebenfalls ihre Posten. Am Morgen des 18. Juni hat Argentinien eine neue Regierung. Es ist davon auszugehen das dieser Schritt seit längerem von der Führungsebene der Waffengattungen vorbereitet worden war. Im Grunde ist es ein unblutiger Putsch. Einer von der gleichen Sorte die Galtieri an die Macht gebracht hat.
Galtieri ist ein Bauernopfer des Militärapparates. Man hofft mit seinem Abgang dem Militär die Macht erhalten zu können. Doch das Volk will keine Militärs mehr sehen. Der verlorene Krieg wird dazu beitragen das die Militärs die Regierungsgebäude räumen müssen. Man ist der Uniformen überdrüssig geworden.
(1) John Lawrence / Robert Lawrence MC
Tumbledown, when the figthing is over, A personel Story
22 Books, Kent 1997, S. 43-44
(2) Sir Lawrence Freedman
The Official History of the Falkland Campaign, Vol. II, War and Diplomacy
Routledge, UK 2005, S. 659
Verfasst am 16.06.2007 23:54:25 Uhr Mittwoch, 16. Juni 1982
London Schreckensnachricht
John Lawrence, Vater von Robert Lawrence der am 14. Juni durch einen argentinischen Scharfschützen auf Tumbledown verwundet wurde: „Am Mittwochmorgen wurde meine Bürotür aufgerissen und Christopher kam herein. >Er ist verwundet. Aber sie meinen das alles in Ordnung ist. Es ist eine Schusswunde am Kopf, aber er wurde nicht kategorisiert in schwer er gar sehr schwer, so denke ich das es nichts ernstes ist.< Wir umarmten uns und gaben uns gegenseitig Kraft. Chris hatte sich den Wagen seines Chefs geliehen und ich folgte ihm als wie hinüber zu Jean fuhren, wo sie als Seniordozent arbeitete. >lass uns über die Chelsea Kaserne fahren<, sagte Chris, >vielleicht haben die dort weitere Informationen.<
Auf der Hälfte der Strecke bei der Park Lane nahm ein Taxi Chris die Vorfahrt. An der nächsten Ampel mussten wir alle drei halten. Ich lehnte mich hinaus um mich mit Chris zu unterhalten, aber er war bereits ausgestiegen und hielt dem Taxifahrer eine Standpauke.
>Machen Sie so etwas nie wieder mit mir oder sie werden es bereuen. Mein jüngster Bruder wurde gerade auf den Falkland Inseln angeschossen und verwundet.<
Der Taxifahrer erwiderte nur leise >Das tut mir leid Kumpel, ganz ehrlich< und er entschuldigte sich bei Chris.
Chris sprach mit der Wache und er brachte uns durch das Tor der Chelsea Kaserne und wir gingen geradenwegs zum Geschäftszimmer der Kompanie. Ich kannte den Oberfeldwebel doch es munterte mich gar nicht auf als er sagte das er Geld darauf hätte setzen sollen das Robert verwundet werden würde. >Wir alle wissen das er an der Spitze war um seinen Jungs zu führen, aber machen Sie sich keine sorgen, das mit der Verwundung ist bestimmt nichts ernstes, er hat es überlebt, das zählt<.
Der für die Belange der Familien zuständige Offizier betrat den Raum und vertrat die gleiche Meinung. Ich hatte ihn früher schon einmal getroffen und ich wusste das er bei einem Anschlag der IRA durch ein Schrapnell am Kopf getroffen worden war als der Bus der Scots Guards außerhalb der Kaserne in die Luft gejagt worden war. Das war letztes Jahr gewesen. Seine Haare waren ihm noch nicht wieder an der Narbe nachgewachsen, aber es schien das er alles gut verkraftet hätte. Das gab mir etwas Trost, doch ich konnte nicht akzeptieren das eine >Schusswunde im Kopf< möglicherweise um einiges schlimmer sein könnte.
Im Westminster College mussten wir auf Jean warten die noch eine Vorlesung hielt. Chris und ich standen herum und mussten angsterfüllt auf sie warten. Als sie dann kam und uns sah wusste sie es sofort. Ihr Gesicht wurde weiß und sie stürmte auf uns zu und sagte, >es ist Robert, ist es so?< Ich hielt sie an der Hüfte und sagte, >ja, er ist verwundet, aber es ist nicht so schlimm. Er wurde nicht kategorisiert und das ist sehr wichtig.< >Warum? Wo wurde er getroffen?<
Ich sagte ihr das es eine Schusswunde am Kopf ist. Sie brach zusammen. Irgendjemand kam vorbei und geleitete uns in die Bücherei. Dan gingen wir zu dem Büro ihres Bereiches wo man uns einen Brandy gab. Der tat wirklich gut, aber es dämmerte plötzlich in mir das die Verwundung von Robert doch von der fürchterlichen Sorte sein könnte. Und mit Jean und Chris zusammen zu sein verschlimmerte meine Befürchtungen noch. Jean war so stark wie immer, doch sie war etwas verwirrt und benommen von dieser Nachricht.
Nick zu finden war ein weiteres Problem, aber möglicherweise war er in einem kleinen Haus in Hammersmith anzutreffen. Die Tür war offen und das Innere das Hauses schien buchstäblich enttäuscht zu sein das wir es betraten. Nick war hinten im Garten und sah uns ankommen. Planken lagen im Garten den er neu anlegte. Er fuhr auf ihnen mit einer Schubkarre herum um Erde zu verteilen. Wir trafen ihn auf dem Weg zum Tor, wo er sich unsicher auf einer Planke niederließ die ihm als Brücke diente.
Nick zeigte seine Emotionen ein wenig, er nahm seine Mutter in den Arm und tröstete sie so als sie es im sagte. Er sah über ihre Schulter hinweg und Tränen waren in seinen Augen. Chris und ich nahmen jeder eine von Jeans Händen und jeder sah zum anderen, doch niemand sagte ein Wort.
Dann gingen wir zu den Autos zurück um zu Melanie zufahren um es auch ihr zu sagen.“ (1)
Stanley Kriegsende, zweiter Tag danach
Der eiskalte Regen lässt allmählich nach. Die Sonne kommt hervor. Die Kirche, die Bewohner von Stanley nennen sie Kathedrale, ist angefüllt mit britischen Fallschirmjägern. Es wird ein Dankgottesdienst abgehalten der gleichzeitig dem Gedenken der Gefallenen Angehörigen des 2. und 3. Bataillons der Fallschirmjäger dient.
Es entspringt einer langen Tradition. Die britische Armee ist in dem christlichen Glauben verwurzelt, Gottesdienste gehören zum Truppendienst. Oberst Jones war selbst sehr religiös gewesen, diese Haltung erwartete er auch von seinen Soldaten.
Auf den Straßen wird der Linksverkehr wieder eingeführt. Seit 10 Wochen musste man auf der rechten Straßenseite fahren. Die Fallschirmjäger und die Marineinfanteristen erfreuen sich an den Argentinischen Jeeps. Es sind smarte Geländewagen des deutschen Herstellers Mercedes Benz. Der SAS fährt unterdessen mit den argentinischen Panhard Radpanzern durch die Gegend.
Brigadegeneral Thompson hat nun als Truppenkommandeur nicht mehr viel zu tun. Es ist angedacht das Kommodore Clapp die Leitung des Hafens übernimmt. Ansonsten gilt es bereits Vorkehrungen für die Rückführung der Truppen zu treffen. Die SIR BEDIVERE wird im Hafen erwartet. Das Landungsunterstützungsschiff soll als temporäre Unterkunft der Soldaten der 3. Kommandobrigade dienen. Die Einheiten sollen im Wechsel auf das Schiff gebracht werden um dort heiß zu duschen und eine Nacht in der Wärme des Schiffes zu verbringen.
Brigadegeneral Thompson ist immer noch überrascht davon wie wenige Menschenleben dieser Krieg gefordert hat. Man hatte mit viel mehr Toten gerechnet. Es wird bereits analysiert was gut und was weniger gut gelaufen war. Die Ausrüstung wird durchdiskutiert. Man braucht mehr Nachtsichtgeräte, andere Flugabwehrraketen.......
Nach dem Krieg ist vor dem Krieg.
Task Force Befehl für den letzten Akt
1514Z | 1614LO| 1214SG | 1114FL Admiral Woodward übermittelt das Codewort Keyhole. Es ist das Codewort für die letzte kriegerische Handlung des Falkland Krieges: die Wiederinbesitznahme von Süd Thule. Die ENDURANCE soll die Argentinier von der Insel herunterholen und zu den Falkland Inseln bringen. Die illegale Wetterstation der Argentinier soll aufgelöst werden. Doch Woodward war nicht gegeistert davon die ENDURANCE alleine loszuschicken. Die Fregatte YARMOUTH soll in Begleitung des Versorgers OLMEDA nach Süd Thule aufbrechen und dort mit der ENDURANCE zusammentreffen die von Süd Georgien aus in See gehen wird.
Groß Britannien wird die südlichste Besitzung wieder der Kontrolle der Krone unterstellen. Die 1976 illegal errichtete Forschungsstation war ein argentinischer Vorposten auf britischen Gebiet. Das Groß Britannien nicht gleich 1976 gegen diese Station energisch vorgegangen war hatte auch mit zur Auslösung der Falkland Krise beigetragen.
Seegebiet östlich der Falkland Inseln Kriegsende auf dem Lazarettschiff
Leutnant Robert Lawrence M.C., Zugführer des 3. Zuges, verwundet am 14. Juni durch einen argentinischen Scharfschützen auf Tumbledown: „Angus Smith, unser Pater, kam endlich zu Besuch und sagte mir das der Krieg vorüber sei. Darauf reagierte ich verschiedentlich. Ich war froh darüber das meine Jungs in keine weitere Schlacht ziehen und weitere Kämpfe austragen mussten. Aber ich wunderte mich auch warum keine weiteren Zugführer hier auf der Station lagen. Sollten sie ihren Job gemacht haben, anführen von der Front aus, so müssten doch hier mehr von ihnen liegen, hier, mit mir, auf der Intensivstation? Wo zum Teufel waren sie alle?
Es war eine Reaktion um möglicherweise die ganze Situation kritisch zu betrachten. Zurückblickend stellte ich fest das ich sehr unfair gewesen war; eine ganze Menge von Zugführern lagen verletzt auf anderen Stationen, eine weitere Anzahl war getötet worden.
An das alles dachte ich aber zu diesem Zeitpunkt nicht und ich hatte auch noch nicht wirklich begriffen wie schwer verletzt ich tatsächlich war. Ich weiß das ich an Bord der UGANDA von Alpträumen heimgesucht worden bin. In einer dieser Nächte wachte ich auf und ich griff nach der Gurgel einer der Krankenschwestern. Ich war ständig quälenden Schmerzen ausgesetzt, es war extrem unvorteilhaft und ich war tief in Selbstmitleid versunken. Ich wollte so sehr nach Hause. Ich machte mir um sie solche Sorgen. Ich war extrem neidisch auf die Leute auf den Falkland Inseln, welche bei der Kapitulation dabei sein konnten. Ich fühlte das ich den ganzen Spaß dort verpasste. Sie würden dort alle mit der Ausrüstung der Argentinier herumlaufen. Die Sieger. Es würde wie Weihnachten sein und ich beneidete sie aufrichtig. Ich konnte nicht einer von ihnen sein und ich würde nie wieder der Alte sein. Das ist das was ich zu dieser Zeit auf der UGANDA fühlte. Ich begriff noch nicht das das nur ein Vorgeschmack auf das war was sich in den kommenden Jahren immer und immer wieder fühlen würde.“ (2)
Stanley britische Schiffe im Hafen
Das Landungsunterstützungsschiff SIR PERCIVALE läuft als erstes britische Schiff in den Hafen von Stanley ein. Ihr folgte der Schlepper IRISHMAN.
San Carlos FEARLESS ankert
2100Z | 2200LO| 1800SG | 1700FL Kommodore Clapp, Chef der amphibischen Gruppe der Task Force: “Die FEARLESS ging mit meinem Stab und mir an Bord in See in Richtung Port William in der Nähe von Stanley. Es war ein sonderbares Gefühl von San Carlos wegzufahren und war nicht sehr komfortable in Port Williams zu ankern, den dort konnte man den Seegang spüren. Aber die Verlegung machte Sinn. Einige Schiffe kamen und ankerten in unserer Nähe. Viele Mitglieder meines Stabe und ich selbst gingen an Land um zu sehen was vor sich ging und wie wir helfen konnten.
Es war deutlich zu sehen das eine Organisation zur Kontrolle des Hafenbetriebes etabliert werden musste. Wir starteten deshalb eine Diskussion mit Northwood zur Einsetzung eis regulären Queen´s Harbourmaster (Hafenmeister der Königin, hat das Kommando über die Hafenanlagen und die Schiffe die ein- und auslaufen oder am Kai liegen). Diesen Posten wollten wir übernehmen bis ein entsprechender Offizier aus Groß Britannien eintreffen würde. Es vergingen einige Tage ehe unserm Ansinnen offiziell stattgegeben wurde.
Einmal trafen wir Sandy (Admiral Woodward) an Land. Er war herübergeflogen um mit eigenen Augen zu sehen wie die Situation in Stanley war. Wir besprachen mit ihm die Zukunft und das Problem mit den Kriegsgefangenen und den turnusmäßigen Austausch von Schiffen der Task Force und das Problem das entstehen würde wenn Argentinien die Verhandlungen hinauszögern würde. Sollte die 3. Kommandobrigade eingeschifft sein, so bestünde kein Grund die STUFT Handelschiffe und die Unterstützungsschiffe länger hier auf Position zu behalten als es notwendig ist. Wir mussten aber bedenken das sollte es noch zu kriegerischen Handlungen zur See oder zur Luft kommen, so mussten wir Kriegsschiffe hier vor Ort belassen. Wir mussten Kriegsschiffe nach Hause schicken, das war klar. Doch die beiden Landungsmutterschiffe FEARLESS und INTREPID würden möglicherweise nicht darunter sein. (3)
(1) John Lawrence / Robert Lawrence MC
Tumbledown, when the figthing is over, A personel Story
22 Books, Kent 1997, S. 40-43
(2) John Lawrence / Robert Lawrence MC
Tumbledown, when the figthing is over, A personel Story
22 Books, Kent 1997, S. 52-53
(3) Michael Clapp / Ewen Southby-Tailyour
Amphibious Assault Falkland, The Battle of San Carlos Water
Orion House London, 1997, S. 343
Verfasst am 15.06.2007 23:51:36 Uhr Dienstag, 15. Juni 1982
Spanien Ergebnisse
In LaCoruna trennen sich Peru und Kamerun unentschieden mit 0:0. Ungarn gewinnt in Elche mit 10:1 gegen El Salvador. Schottland gewinnt gegen Neuseeland in Malaga mit 5:2.
Durch den Sieg auf den Falkland Inseln dominiert am 15. Juni in der britischen Presse noch der Krieg im Süd Atlantik. Am 16. Juni spielt England gegen Frankreich. Spätestens ab dem 17. Juni verschwindet der Krieg von den Titelseiten. Jetzt steht der Fußball an erster Stelle. Schließlich ist Fußballweltmeisterschaft.
Stanley Der Tag danach
Generalmajor Moore ist jetzt nicht nur der Oberkommandierende der britischen Bodentruppen, der Oberaufseher der argentinischen Gefangenen und der Militärgouverneur der Falkland Inseln.
Die Kämpfe sind beendet, doch die Probleme beginnen jetzt erst. Tausende von Soldaten brauchen ein Dach über dem Kopf. Stanley bietet Wohnraum für 1500 Falkländer. Doch alleine die Briten sind mit 5000 Soldaten in die Stadt eingerückt. Dazu kommt die doppelte Anzahl an gefangenen Argentiniern. Die Nacht verbringen die Soldaten in verlassenen Häusern der Falkländer. Briten wie Argentinier versuchen so viele Menschen wie nur möglich in die Häuser zu bekommen.
Der Winter ist jetzt da. Es ist kalt. Zeitweise fällt Schnee.
Moore setzt Brigadegeneral Menendez davon in Kenntnis das er, seine beiden anderen Brigadegeneräle und die beiden höchstrangigen Offiziere der Luftwaffe und der Marine sofort per Hubschrauber auf die FEARLESS in der Bucht von San Carlos ausgeflogen werden. Die einfachen Soldaten der Argentinier haben Stanley zu verlassen. Sie werden auf die Halbinsel mit dem Flugplatz verbracht, die ab sofort als großes Gefangenenlager für die Kriegsgefangenen dienen soll bis Vereinbarungen über ihre Rückführung getroffen wurden. Moore hofft darauf das die Rückführung schnellst möglich erfolgen kann. Es würde ihm ein sehr großes Problem in Hinsicht auf Unterbringung und Versorgung der Gefangenen abnehmen.
Im Tagesverlauf verlassen die Argentinier die Stadt und marschieren auf die Halbinsel hinüber. Unterwegs werden sie entwaffnet. Helme und Gewehre und alle sonstigen Waffen werden auf große Haufen geworfen. Tausende von Schusswaffen, Bajonetten, Handgranaten, Pistolen.... Brigadegeneral Joffre leitet den Abzug seiner Soldaten. Die meisten stammen aus seiner Brigade. Beaufsichtigt werden sie von britischen Soldaten der Fallschirmjäger und der Marineinfanterie. Die Argentinier mögen die Fallschirmjäger nicht. Sie sind ruppig und haben im Kampf eine besondere Härte an den Tag gelegt. Die Marineinfanteristen stehen bei ihnen höher im Kurs. Nach dem sich Joffre bei Moore über die Fallschirmjäger beschwert hat werden Fallschirmjäger durch weitere Marineinfanteristen abgelöst.
Für das argentinische Militär ist die Niederlage eine neue Erfahrung. Seit dem 19. Jahrhundert hatte die argentinische Armee keinen Krieg mehr geführt. Viele der Wehrpflichtigen glauben erst an die Niederlage als ihnen britische Soldaten die Waffen abnehmen.
Die nächsten Tage werden für diese Soldaten hart. Ihnen stehen einfache Zelte, Wellblechbaracken, Holzkisten und Erdlöcher zur Verfügung. Die Situation ist etwas besser als zuvor in den Stellungen in den Bergen, doch ist es jetzt kälter geworden. Eine Luftbrücke aus Hubschraubern wird einen Teil der Gefangenen auf die CANBERRA und die NORLAND verbringen. Man hat sich im britischen Hauptquartier dazu entschlossen zuerst die Argentinier nach Hause zu bringen, ehe die eigenen Truppen nach Hause dürfen.
Ein erster Teil der Gefangenen ist bereits auf das Festland transferiert worden. Die NORLAND 1536 argentinische Soldaten nach Uruguay überführt. Die meisten davon stammen aus Goose Green. Sie erreichten am 13. Uruguay und mit argentinische Fähren am 14. Juni schließlich ihre Heimat. Allerdings dürfen sie nicht direkt nach Buenos Aires fahren. Sie werden nach La Plata geleitet. Wo sie an einer isoliert liegenden Stelle von Bord gebracht werden. Die Junta befürchtet das die Rückkehr der geschlagenen Truppe ihnen Schaden könnte. Der einzige der sie begrüßte war der Hafenmeister. Sie werden zu einer Schule für die Ausbildung von Unteroffizieren verbracht. Kein Vertreter der hohen Dienstgrade oder gar der Junta lässt sich bei ihnen blicken. An 16. Juni werden sie schließlich nach Hause entlassen.
Buenos Aires / Argentinien Der Tag danach
Im Rundfunk laufen am Morgen noch die Meldungen das die argentinischen Streitkräfte auf den Islas Malvinas einen heroischen Kampf gegen die britischen Invasoren führen. Die Zeitungen sind voll von Nachrichten von den Inseln. Die aktuellen Landkarten zeigen den britischen Brückekopf von San Carlos. Die argentinische Propaganda hat bislang der Bevölkerung vorgegaukelt das die Briten den Brückenkopf bei San Carlos nicht verlassen haben und unter Kontrolle des argentinischen Militärs stehen.
Ab dem Mittag verstören dann neue Meldungen die Bevölkerung Argentiniens. Die Nachricht vom Zusammenbruch und der Kapitulation trifft die meisten Argentinier völlig unvorbereitet. Nur wenige haben die BBC gehör bzw. ihr geglaubt. Doch jetzt begreift man wie abgrundtief die eigene Regierung sie belogen hat. Ein Volk das bereit war die Erinnerung an die schrecklichen Jahre des schmutzigen Krieges zu vergessen um durch die Eroberung der Falkland Inseln zu neuer nationaler Geschlossenheit zu gelangen. Es sollte ein Neuanfang werden, es wurde ein Trauma.
Auf der Plaza de Mayo versammeln sich Menschenmassen. Es sind verbitterte Menschen die „Keine Kapitulation< und „Galtieri, du Hurensohn!“ skandieren. Vor 10 Wochen hatte Galtieri einer begeisterten Menschenmasse die Einnahme der Insel verkündet. Jetzt zeigt er sich nicht.
London Einleitung der Nachkriegszeit
Die Politiker aller Parteien sind froh über den glücklichen Ausgang des Krieges. Es sind weit weniger Menschen um Leben gekommen als die Militärs vorausgesagt hatten. Im Parlament gibt es eine Debatte zum Kriegsverlauf. Der Tot der drei Zivilisten in Stanley soll untersucht werden. Es geht um die Nachkriegszeit. Markige Sprüche im Parlament. Frau Thatcher sagt eindeutig das groß Britannien nichts mehr wieder her geben wird was zuvor blutig gewonnen werden musste. Es heißt auch das das britische Blut nicht für spätere UN Resolutionen vergossen worden ist. Das bedeutet so viel, das egal was die UNO beschließen wird, London die Falkland Inseln behalten wird.
Über die Falkland Inseln wird zunächst das Kriegsrecht gelten. Oberster Vertreter der britischen Krone ist ab sofort Generalmajor Moore, der Sieger des Falkland Krieges.
Rex Hunt soll wieder auf die Falkland Inseln zurückkehren. Doch nicht als Gouverneur. Er wird als Commissioner an die Seite von Generalmajor Moore gestellt. Hunt soll die Zivilverwaltung wieder einrichten und die Belange der Zivilisten regeln. Für Hunt ist es ein sehr emotionaler Moment. Das er sich nicht mehr Gouverneur nennen darf stört ihn nicht weiter. Er will wieder nach Stanley zurück um bei Wiederaufbau zu helfen.
Mit der Niederlage auf den Falkland Inseln wird die Militärdiktatur in Argentinien zusammenbrechen. Auf den Falkland Inseln wird gerade eine errichtet. Demokratie gibt es momentan nicht. Selbst wenn Rex Hunt auf den Falkland Inseln eintrifft, so hat Generalmajor Moore das Sagen auf den Inseln.
Stanley Zustände
Die Schule von Stanley wurde in der Nacht von argentinischen Soldaten kurz und klein geschlagen. Zwei Häuser wurde von ihnen angesteckt. Im Hafen schwelen die Reste eines argentinischen Munitionsdepot das von frustrierten Argentiniern angesteckt worden war. Die hygienischen Zustände in der Stadt sind unglaublich. Die Wasserversorgung ist nach dem Einschlag einer britischen Granate in den Wasserspeicher am Vortag so gut wie zusammengebrochen. Für die Klospülungen reicht das Wasser nicht. Die Argentinier haben keine Latrinen angelegt. Überall in der Stadt liegen menschliche Exkremente. Nur die Kälte verhindert das Ausbrechen von Seuchen. Viele Häuser sind durch Kot nicht mehr bewohnbar.
Die Häuser in Stanley werden zuerst von den argentinischen, dann von den britischen Truppen nach essbarem durchsucht. Die Versorgungslage ist mitunter kritisch. Das 42. Kommando der britischen Marineinfanterie hat den argentinischen Versorgungspunkt bei Moody Brook in Beschlag genommen. Sie verpflegen sich jetzt über die teilweise exelenten Essenspakete der Argentinier die dort zu Tonnen herumliegen. Ihre eigenen Rationen erreichen die Marineinfanteristen nicht in ausreichenden Mengen.
Auf der Halbinsel vor Stanley hat die Luftabwehreinheit der argentinischen Marineinfanteristen eine Feldküche am Laufen. Sie kochen den ganzen Tag über Spaghetti und Ravioli und Tonnenweise Matetee. Viele der argentinischen Soldaten sind sich noch gar nicht bewusst das sie jetzt Kriegsgefangene sind.
In 119 Minenfeldern haben die Argentinier über 25000 Minen verlegt. Das entspricht einer Fläche von 19 Quadratkilometern. Viele davon sind so groß wie eine Zigarettenschachtel. Diese enthalten keine Metallteile und können nicht mit Minensuchgeräten aufgespürt werden. Für alle Bewohner der Falkland Inseln bedeutet dies das das sorgenfreie herumstreifen in der Landschaft der Vergangenheit angehört. Besonders die Kindern dürfen an verschiedenen Plätzen nicht mehr spielen. Dies betrifft auch die schönsten Sandstrände der Insel.
Stanley Krankenhaus der Stadt
2000Z | 2100LO| 1700SG | 1600FL Doktor Alison Bleaney assistiert einem Arzt der Fallschirmjäger bei einer Operation. Sie reicht die Instrumente während sie auf dem anderen Arm ihre Tochter Emma hält. Auf dem Tisch liegt ein britischer Fallschirmjäger mit einer Kugel in seinem Arm. Sein Kumpel hatte mit einem erbeuteten argentinischen Revolver herumgealbert und in getroffen. Emma ist in ein zartes Rosa gekleidet.
San Carlos Aus dem Tagebuch des Stabes
Das Tagebuch des Stabes des amphibischen Kommandos vermerkt für den 15. Juni: „Es liegen klare Beweise dafür vor das die Versorgung aus der Luft dazu führte das ein Vorrat an Rationen an vielen Orten für fünf Tage zur Verfügung stehen. Entsorgung der Munition ist wichtig. Unter winterlichen Witterungsbedingungen mit stürmischen Winden und Schneefall aus Süd mit der Verlegung von Kriegsgefangenen auf die CANBERRA begonnen. CARDIFF in Port Howard, AVENGER in Fox Bay. Der Chef der Minenräumgruppe verschaffte sich einen ersten Überblick über die Minenfelder vor Ort und traf einen Kapitän der Marine welcher ihm eine detaillierte der verlegten Minen übergab – es wird angenommen das nur Tretminen eingezeichnet sind. Chef der Flugtechnik besichtigte den Flugplatz von Stanley und fand einsatzbereite Puccarà Flugzeuge und einen Krater in der Landebahn. Weiter Krater wurden mit Erde vorgetäuscht; Arbeitsausrüstung, der Tower und die Hangars sind schwer zerstört. Der Stellvertretende Chef der amphibischen Gruppe besuchten den Hafen von Stanley und inspizierte die Kais und die Liegeplätze. Alles sieht verwendungsfähig aus. PC82 ISLAS MALVINAS, MV FORREST und YEHUIN sind noch argentinische bemannt und wahrscheinlich diensttauglich. Die Meinung der Einwohner der Falkland Inseln gehet über die Argentinier auseinander. Manche bemitleiden sie weil sie nicht ausreichen mit Essen versogt worden sind. Es gibt Gerüchte das sie nur Bohnen und Hühnerfleisch zu essen haben. Andere, die in der Nähe des Flugplatzes stationiert waren, sind relativ gut genährt mit Reserven für mehreren Tagen in ihren Beuteln. Es gibt deutliche Hinweise auf die Effektivität des Beschusses an Land durch unsere Schiffe. Er zermürbte die ohnehin nicht sehr ausgeprägte Kampfmoral der Argentinier. Die Wetterlage mit Schneestürmen bereitet logistische Probleme, die meisten für die 11000 Gefangenen die aus Stanley gemeldet worden sind. Sie haben ihre Waffen abgelegt und sich zum Flugplatz von Stanley begeben um dort auf die weiteren Ereignisse zu warten. 2000 wurden aus West Falkland gemeldet. Essen gibt es nur für drei Tage. Die 3. Kommandobrigade ist im Gebiet von Stanley. Die 5. Brigade zu 50% in Fitzroy. Die anderen 50% verbleiben zunächst an ihren jetzigen Positionen. Das taktische Hauptquartier der Bodentruppen befindet sich jetzt im Gouverneursgebäude. FEARLESS verbleit in der San Carlos Bucht bis die Gefahr aus der Luft abgeebbt ist. Verfassung unserer Truppe ist gut, doch die herrschenden Witterungsbedingungen macht die Schaffung von Unterkünften zur erstrangigen Angelegenheit. (1)
West Falkland In Gefangenschaft
Die CARDIFF wurde nach Port Howard und die AVENGER nach Fox Bay entsendet um die dortigen argentinischen Truppen in die Gefangenschaft zu überführen. Es kommt zu keinen Zwischenfällen, so das die Marineinfanteristen vom 40. Kommando nicht eingesetzt werden müssen. Das britische Hauptquartier entsendet Erkundungseinheiten um versteckte Außenposten oder versprengte Einheiten der Argentinier aufzuspüren. Das Kommando führt Major Ewen Southby-Tailyour, der Küste bestens kennt. Auf Pebbles Island unterricht man den dortigen Kommandeur lapidar darüber das er kapituliert hat. Die Erkundungsflüge dienen auch dazu den abgelegenen Ansiedlungen die Nachricht vom Kriegsende zu überbringen.
Fitzroy / UGANDA Feldlazarett / Hospitalschiff
Leutnant Robert Lawrence M.C., Zugführer des 3. Zuges, verwundet am 14. Juni durch einen argentinischen Scharfschützen auf Tumbledown:
„Von Fitzroy wurde ich per Hubschrauber auf die UGANDA geflogen, welches sich im Falkland Sund befand. Ich erinnere mich daran das mir der Anblick eines Bettes mit sauberen Laken nach all der Zeit in Stellungen und dem Dreck die Sprache verschlug. Mehr erschütterte mich die Anwesenheit eines Priesters der nur darauf wartete uns die Sterbesakramente geben zu können.
Mein Kopf schmerzte immer noch sehr. Doch es wurde mir nicht erlaubt in den Tiefschlaf zu fallen. Zu jeder halben Stunden kamen sie herein und maßen meinen Puls, die Temperatur und den Blutdruck. Dann leuchteten sie mir mit einer Taschenlampe in die Augen um die Reaktionen meiner Pupillen zu testen. Wenn man so verwundet war wie ich, und die letzten Tage sowieso kaum Schlaf bekommen hatte, so war schlafen das einzige was ich wollte. Aber das war zu gefährlich. Sie wollten nicht das ich in einen Tiefschlaf falle, es hätte mich töten können. Ich konnte nichts fühlen und mich nicht bewegen, ich war paralysiert. Ich konnte nicht pinkeln, ich hatte einen Katheder drin. Ich konnte nichts sehen, nur die Kabinendecke. Und ich konnte nichts hören, es war so still auf dem Schiff.
Zu diesem Zeitpunkt war ich versessen zu erfahren wann es nach Hause nach England ginge. 48 mal am Tag musste ich die Leute um mich herum fragen, ist das der nächste Tag jetzt, ist es Zeit zu gehen?
(1) Michael Clapp / Ewen Southby-Tailyour
Amphibious Assault Falkland, The Battle of San Carlos Water
Orion House London, 1997, S. 339
Verfasst am 14.06.2007 21:47:18 Uhr Montag, 14. Juni 1982 - Teil 2 – Tumbledown / Mount William Gurkhas stoßen vor II
Mit dem ersten Tageslicht erreichen die Gurkhas den Gipfel von Tumbledown. Sie setzen ihren Weg durch die gefallenen argentinischen Stellungen fort und gehen in Richtung Mount William vorwärts. Doch zu einer Schlacht wird es nicht mehr kommen. Die argentinischen Verteidiger sind dabei ihre Stellungen aufzugeben und befinden sich in der Auflösung.
1225Z | 1325LO| 0925SG | 0825FL Die Scots Guards melden von Tumbledown: „Große Anzahl an Truppen ziehen sich von Mount William in Richtung Stanley zurück. Es kann nichts anderes bedeuten als die aufgegeben haben. Sie stehen unter regulärem Artilleriebeschuss. Große Anzahl von Feinden ziehen sich von Moody Brook zurück - möglicherweise 300 bewegen sich von Sapper Hill nach Stanley.“ (14) Diese im Rückzug befindlichen Einheiten werden unter Artilleriebeschuss genommen. Die britische Artillerie setzt jetzt andere Granaten ein. Statt der hoch explosiven Geschosse verschießen sie jetzt Granaten die über den Köpfen der Argentinier explodieren und einen Hagel aus Stahlkugeln freisetzen. Eine große Anzahl von Argentinier werden verwundet.
Zwei Kompanien der Gurkhas werden nach vorne geschickt um Mount Williams schnellst möglich einzunehmen. Die B Kompanie stößt auf dem nordöstlichen Abhang auf Mount William vor. Dabei werden sie von der Artillerie unterstützt die 50 Granaten auf ihren Vormarschweg abfeuert. Unterdessen beschießen die Mörsergruppen Mount William.
Oberstleutnant David Morgan, Kommandeur der Gurkha Rifles: „Wenn die Argentinier geblieben wären hätte es ein Massaker gegeben. Unsere D Kompanie hatte einige Ausfälle durch Verwundungen erlitten als wir vorgerückt waren. Das Blut der Gurkhas kochte. Wenn ein Gurkha einen Freund verletzt sieht wird er sehr ärgerlich und nichts kann ihn dann noch stoppen.
Das hier sollte für uns der Gipfel unseres Trainings werden, der Höhepunkt der ganzen Kampagne. Der Boxer wurde in den Ring gelassen um um die Meisterschaft zu kämpfen, aber es war kein Gegner da. Die D Kompanie war verdammt verärgert für eine oder zwei Stunden, aber nach mehreren Stunden begriffen die Gurkhas das der Krieg so gut wie vorüber war und sie noch am Leben waren. Mein Gefühl bei der Sache war eine Frustration darüber das wir von so weit her gekommen waren um so wenig leisten zu können.“ (11)

Tumbledown / Gebiet von Stanley Feuer Halt!
1250Z | 1350LO| 0950SG | 0850FL Durch die Einweisung der Artilleriebeobachter auf Tumbledown werden die argentinischen Ziele sehr genau getroffen. Das Hauptquartier lässt den Beschuss jedoch einstellen. Von diesen fliehenden Soldaten geht keine Gefahr mehr aus. Ein Luftangriff auf Sapper Hill wird abgeblasen.
Fitzroy Feldlazarett
Leutnant Robert Lawrence M.C., Zugführer des 3. Zuges, verwundet durch einen argentinischen Scharfschützen auf Tumbledown: „Ich wurde in das Feldlazarett nach Fitzroy geflogen, welches in einer verlassenen Eisfabrik untergebracht war. Verwundete wurden in drei Kategorien eingeteilt: die, die ohne großen Aufwand gerettet werden konnten, die, bei denen mehr geleistet werden musste um sie zu retten, diese mussten auf eine Behandlung etwas warten; und die, die mit Sicherheit sterben werden. Ich kam auf eine Trage und sie legten mich an das Ende der Reihe der letzten Kategorie.
Das System hat seinen Sinn. Es gibt keinen Grund dafür einen Mann der ohnehin sterben wird sechs und eine halbe Stunde zu operieren während in der gleichen Zeit drei Leute sterben und vier weitere nicht sofort geholfen werden kann.“ (18)
Puerto Argentino Rückzug
Brigadegeneral Joffre wird bewusst das eine jegliche Verteidigung in dem offenen Gelände im Vorfeld von Stanley nicht praktikabel ist. Er erlaubt deshalb den Rückzug von Einheiten die sich bereits in diesem offenen Gelände eingegraben haben, darunter auch die letzte einsatzfähige Kanone von Moody Brook.
Puerto Argentino / Buenos Aires Telefonat mit dem Festland
1230Z | 1330LO| 0930SG | 0830FL Brigadegeneral Menendez: „Ich sah zu Brigadegeneral Joffre hinüber und sagte: >Oscar, ich werde mit dem Oberkommandeur sprechen<. Oscar sagte :>Ja. Wir können mit dem Ganzen hier so nicht weiter machen<. Es war ein trauriger Moment. Ich ging zum Gouverneurshaus zurück während um uns die Granaten einschlugen. Ich wollte Galtieri privat sprechen, aber ich konnte ihn nicht erreichen, nur seinen Stab. Ich sagte denen das ich die Resolution 502 anerkennen möchte. Sie sagten mir das ich das nicht könne. Ich sagte darauf hin das das Ende abzusehen wäre und wir schnellsten etwas unternehmen müssten. Ich musste eine weitere Stunde warten ehe ich Galtieri an den Apparat bekam.“ (13)
Die UN Resolution 502 vom 2. April die Menendez annehmen wollte sah den Rückzug der argentinischen Truppen von den Falkland Inseln vor.
Sapper Hill Einnehmen!
1330Z | 1430LO| 1030SG | 0930FL Brigadegeneral Wilson erteilt den Welsh Guards den befehl Sapper Hill einzunehmen. Allerdings sollen die Guards erst vorrücken wenn es sichere Anzeichen dafür gibt das die Kampfmoral der Argentinier zusammengebrochen ist. Ist dies der Fall, so sollen die beiden Kompanien des 40. Kommandos der Marineinfanterie die Welsh Guards verlassen und in eine Angriffsposition südlich von Mount William vorrücken. Die beiden Kompanien hatten seit dem Fitzroy Desaster auf der SIR GALAHAD die Welsh Guards auf Kampfstärke gehalten.
Tumbledown / Mount William Gurkhas stoßen vor III
1355Z | 1455LO| 1055SG | 0955FL Durch ein Missverständnis bedingt eröffnen die Scots Guards auf Tumbledown auf die vorrückenden Gurkhas das Feuer aus Infanteriewaffen. Ein Gurkha wird verwundet. Der Vorstoß der Gurkhas wird unterdessen durch Minenfelder erschwert. Die D Kompanie muss den Vorstoß vor einem Minenfeld abbrechen.
Stanley / Britische Truppen
Am Morgen nimmt Doktor Alison Bleaney ihren Dienst im Krankenhaus von Stanley auf. Ihr tragbares Funkgerät ist auf die Frequenz der Falkländer eingestellt. Obwohl der Gefechtslärm infernalisch ist und Granaten dicht am Stadtrand einschlagen will Doktor Bleaney den normalen Dienst versehen. Dazu gehört auch das Abhören des Funkgerätes.
1400Z | 1500LO| 1100SG | 1000FL Es ist die Zeit der Funksprechstunde für die außerhalb von Stanley lebenden Bewohner der Inseln. Sollte es medizinische Probleme geben, so wird sie ihren weit entfernten Patient per Funk die notwendige Behandlungmethode übermitteln.
Doch es melden sich keine Falkländer, sondern es sind wieder britische Soldaten die die Funkfrequenz benutze. Hauptmann Bell und Oberstleutnant Rose senden seit dem 6. Juni immer um diese Uhrzeit auf dieser Frequenz. Es ist Teil der psychologischen Kriegsführung. Seit Tagen bieten sie Gespräche an und übermitteln ihr Bedauern über die argentinischen Verluste. Doch seit vier Tagen werden die Funkrufe dringlicher. Bell spricht fließend spanisch. Er ist der Übersetzer der britischen Bodentruppe. Rose ist in Verhandlungen mit Geiselnehmern geschult. Bislang hat es keine Reaktion seitens der Argentinier auf ihre Funkrufe gegeben.
Diese Funkrufe werden in englisch und in spanisch übermittelt. Es ist nicht klar ob die Argentinier mithören. Doktor Bleaney hat ihre nur wenige Wochen alte Tochter Emma auf dem Arm als wieder die britische Seite zu funken beginnt. Eindringlich wird darauf hingewiesen das der Kampf für die Argentinier verloren ist und es jetzt um das Leben der Zivilisten in Stanley geht. Es gilt unnötiges Blutvergießen zu verhindern. Die Kämpfe müssen eingestellt werden.
Wie in den Tagen zuvor erhält die britische Seite keine Antwort auf ihren Funkruf. Doch Doktor Bleaney ist am Ende mit der Geduld. Draußen schlagen Granaten ein. Die britische Armee bereitet sich auf den letzten Schlag vor und überall in der Stadt heben die Argentinier Stellungen aus. Entgegen den strikten Anweisungen der Argentinier nimmt Doktor Bleaney Kontakt zu den Briten auf. Sie bittet darum das sie noch einmal gegen Mittag auf Sendung gehen.
Sie beschließt mit Emma zu Hauptmann Hussey zu gehen um ihn zu zwingen mit der britischen Seite Kontakt aufzunehmen. Hussey ist wie Carlos Bloomer-Reeves für die Belange der Zivilisten im Ort zuständig. Er gehört zum Stab von Brigadegeneral Menendez, dem Oberkommandierenden der argentinischen Streitkräfte auf den Falkland Inseln.
Doch Hussey ist nicht leicht zu finden. Es dauert zwei Stunden ehe sie ihn aufspüren kann. Der Stab verlegt sich jetzt immer wieder an verschiedene Häuser in der Stadt, aus Angst davor gezielt von einem britischen Hubschrauber mit Raketen beschossen zu werden. Sie kann ihn überreden mit ihr zu kommen um zu hören was die Briten zu sagen haben. Er ist jedoch nicht gewillt mitzukommen.
Alison Bleaney: „Ich sagte >Sehen Sie, sie wollen reden! Wir können mit ihnen sprechen! Wenn Sie jetzt nicht kapitulieren, dann werden alle Zivilisten – die meisten jedenfalls – getötet werden!< Wenn wir gehen würden, so würden seine Leute auch mitgehen. Worin lag der Vorteil nicht zu kapitulieren?“ (25)
Daraufhin geht Hussey mit Doktor Bleaney zurück zu ihrem Funkgerät.
Puerto Argentino / Buenos Aires Telefonat mit dem Festland
1430Z | 1530LO| 1130SG | 1030FL Brigadegeneral Menendez hat eine Verbindung zu Präsident Galtieri bekommen. Doch Galtieri hat überhaupt keine Vorstellungen davon wie die Lage auf den Falkland Inseln sich darstellt. Er will es auch gar nicht. Galtieri widerspricht der Bitte von Menendez Verhandlungen auf zunehmen. Das einzige was sofort jedes weitere Blutvergießen stoppen könnte wäre eine sofortige Annahme der Resolution 502 und der Rückzug von der Insel. Das kann Galtieri nicht anordnen. Es wäre sein politisches Ende, sein Ende als Präsident Argentiniens. Menendez soll weiterkämpfen. Schließlich hat er noch drei vollständige Regimenter zur Verfügung.
Sapper Hill Die letzte Stellung
Die einzige Verteidigungsposition die den argentinischen Kräften noch verblieben ist, ist der knapp über 100 Meter hohe Sapper Hill. Dort hat sich die M Kompanie des 5 Bataillons der Marineinfanterie eingegraben. Außerdem sind einige Marineinfanteristen von Tumbledown und Mount Willians zur M Kompanie gestoßen.
Auf der britischen Seite weiß man ebenfalls das es die letzte Stellung der Argentinier ist die den Vormarsch der britischen Truppen gefährden kann. Das 45. Kommando erhält den Befehl so schnell wie möglich entlang der Straße nach Stanley auf den Hügel vorzustoßen. Den Welsh Guards werden Hubschrauber zur Verfügung gestellt die sie außerhalb der Reichweite der argentinischen Waffen auf Sapper Hill absetzen sollen. Dort sollen sie sich auf den Angriff gegen diese argentinische Stellung vorbereiten.

1545Z | 1645LO| 1245SG | 1145FL Drei Hubschrauber vom Typ Sea King fliegen die ersten Abteilungen der Welsh Guards zum Sapper Hill. Doch statt außerhalb der Reichweite zu landen, gehen die Hubschrauber am Fuß des Hügels runter. Die argentinischen Marineinfanteristen eröffnen das Feuer, treffen einen der Hubschrauber und verwunden einen Guardsmen in den Arm. Die Welsh Guards erwidern das Feuer und töten drei argentinische Soldaten.
Stanley / Britische Truppen Argentinier hören mit
Gegen Mittag senden die Briten wieder. Diesmal ist Hauptmann Hussey zugegen. Er hört Hauptmann Bell auf der britischen Seite: „Die Kämpfe müssen aus humanitären Gründen sofort gestoppt werden – eine Schlacht in der Stadt steht kurz bevor. Es besteht nicht der Wunsch die Argentinischen Kräfte völlig zu vernichten; auch nicht nach sich lang hinziehenden Verhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und Argentinien.
Wir wollen über die Sicherheit der Zivilisten und über den Vorschlag des Internationalen Roten Kreuzes für die Einrichtung einer Sicherheitszone für die Zivilisten sprechen. Sie befinden sich in einer hoffnungslosen Lage, umgeben vom Meer, total kontrolliert aus der Luft. Sie können bei einer Fortsetzung der Kämpfe nichts mehr gewinnen. Entschließen Sie sich zur Aufgabe. Jetzt. Unsere Forderung stellt den Mut Ihrer Truppen nicht in Frage. Wir haben bereits sehr viele Gefangene gemacht und Sie haben alle erhöhten Positionen um Stanley verloren.
Die Weltöffentlichkeit wird über Sie richten falls Sie den Kampf fortsetzen und weiteres Blut unnötig vergossen wird. Stimmen Sie einer Feuerpause zu. Jetzt! Haben Sie verstanden? Feuerpause ab jetzt!“ (20)
Hussey hatte es abgelehnt direkt mit den Briten zu sprechen. Bell hat unmissverständlich hinzugefügt das dies die allerletzte Chance ist einen Häuserkampf zu vermeiden. Hussey informiert über Doktor Bleaney die Briten das sie in einer Stunde eine Antwort erhalten werden. Er macht sich davon. Zuerst will er mit Carlos Bloomer-Reeves sprechen, danach mit Brigadegeneral Menendez.
Doch die Lage hat sich geändert. Menedez hat von Galtieri die Anweisung bekommen nicht zu kapitulieren. Er soll den Kampf fortsetzen. Doch Brigadegeneral Joffre hat den letzen Lagebericht vorgelegt.
Brigadegeneral Menendez stehen im Raum Stanley 10000 Mann zur Verfügung. Er hat damit mehr als doppelt so viele Soldaten zur Verfügung als wie Briten auf der Gegenseite. Das 3., 6. und 25 Regiment sind noch vollständig intakt. Aber im Gegensatz zu den Truppen die die Berge verteidigen sind die in Stanley stationierten Einheiten Verwaltungs- und Versorgungseinheiten ohne Kampfkraft.
In den Straßen standen gepanzerte Fahrzeuge, Munition und Nachschub stapelten sich im Hafen. Doch die Berge waren verloren gegangen und Menendez wollte die Stadt nicht verteidigen. Er befürchtete das in den folgenden Straßenkämpfen der Ort zerstört werden würde. Blieb noch der Rückzug auf die Halbinsel mit dem Flugplatz. Von hier aus konnte man die Briten noch einmal bekämpfen. Die Hoffnung war dabei das den Briten die Luft ausginge und es zu Verhandlungen kommen sollte.
Doch dieser Plan ist bereits durch die Ereignisse an der Front zunichte gemacht worden. Alle noch von den argentinischen Truppen gehaltenen Positionen stehen unter Dauerbeschuss der britischen Artillerie. Alles, außer der Stadt. Und in der Stadt will Menendez nicht kämpfen.
Menendez erlaubt deshalb Hauptmann Hussey die Aufnahme von Gesprächen und entsendet ihn zusammen mit Bloomer-Reeves zurück zu Doktor Bleaney. Sie soll ihnen bei den Verhandlungen helfen.
Sapper Hill Das letzte Gefecht
Die britischen Soldaten befanden sich in einer schwierigen Lage und forderten Feuerunterstützung durch Artillerie an. Doch ein Offizier im Hauptquartier hinterfragt die Anforderung und lässt die Geschütze nicht feuern. Er teilt mit das über Stanley weiße Flaggen wehen und einem Waffenstillstand zugestimmt wurden ist. Das ist jedoch nicht der Fall.
Es kommt zum letzten Feuergefecht des Falklandkrieges. Sapper Hill liegt in direkter Nähe zum Amtssitz des Gouverneurs. Dort hatten am 2. April argentinische Marineinfanteristen diesen Krieg durch eine Belagerung begonnen. Damals starb Pedro Giachino. Er war der erste Tote dieses Konfliktes. Und hier fallen auch die letzten argentinischen Soldaten.
Nach dem Gefecht verlasen die Argentinier ihre Stellungen und ziehen sich in die Stadt zurück. Die Welsh Guards folgen ihnen. Die Anzeichen das der Krieg vorbei ist werden immer deutlicher. Sie passieren eine verlassene Stellung nach der anderen.
1700Z | 1800LO| 1400SG | 1300FL Auf Sapper Hill bleibt eine Abteilung Panzer der Blues and Royals zur Sicherung des Hügels zurück. Die Straße nach Stanley ist jetzt frei.
Stanley / Britische Truppen Gesprächsbereitschaft
1700Z | 1800LO| 1400SG | 1300FL Hauptmann Hussey kehrt wieder zu Doktor Bleaney zurück. Jetzt darf er mit der britischen Seite sprechen, doch eine Kapitulationsverhandlung ist dies nicht. Zunächst wird eine Waffenruhe vereinbart. Um 1500FL soll es ein weiteres Funkgespräch geben in welchem die Regeln für direkte Verhandlungen besprochen werden sollen.
Mount William Halt!
1705Z | 1805LO| 1405SG | 1305FL Die Gurkhas haben Mount William gesichert. Brigadegeneral Wilson will das Bataillon weiter auf Stanley vorrücken lassen, doch Brigadegeneral Thompson ist dagegen. Er lässt das Bataillon halt machen und Mount William sichern.
Die Flucht der Argentinischen Soldaten von Mount Williams ist später auf das Eintreffen der Gurkhas zurückgeführt worden. Es hatte Gerüchte in der argentinischen Armee gegeben wonach die Gurkhas mit ihren Kukris Messer unaussprechliche Sachen mit ihren Gefangenen anstellen würden. Doch nach dem Verlust des höher gelegenen Tumbledown und der Tatsache das die Briten nun im Rücken der Stellungen von Mount Williams standen lag ein Rückzug einfach nahe. Gehalten wurde Mount William durch eine Kompanie des 5. Bataillons der Marineinfanterie. Auf diese Kompanie wurden drei Kompanien der Gurkhas angesetzt. Die schlechte aussichtslose Lage führte dazu das Mount William kampflos geräumt wurde.
Task Force Nur auf Befehl
1715Z | 1815LO| 1415SG | 1315FL Admiral Fieldhouse setzt die Kommandanten seiner Flotte davon in Kenntnis das die Lage an Land delikat sei. Es laufen Verhandlungen doch ein Ergebnis gebe es noch nicht. Bis auf weiteres bedürfen alle kriegerischen Maßnahmen der Schiffe unter seinem Befehl seiner ausdrücklichen Erlaubnis.
Sapper Hill Überraschung
1730Z | 1830LO| 1430SG | 1330FL Die Vorausabteilung des 45. Kommandos erreicht Sapper Hill. Die Einheit völlig überrascht davon das Sapper Hill bereits in britischer Hand ist. Eigentlich sollte das 45. Kommando den Berg einnehmen. Unter anderen Umständen hätte eine derartige fehlerhafte Absprache Todesopfer fordern können.
Stanley Nicht mehr bereit
1810Z | 1910LO| 1510SG | 1410FL Generalmajor Moore signalisiert nach London an Admiral Fieldhouse das die dritte Kommandobrigade an den Außenbereichen von Stanley angekommen ist. Die Argentinier sind nicht mehr zum kämpfen bereit. Eine große Anzahl von ihnen stehen nur herum, werfen ihre Waffen weg und ergeben sich.
Gebiet von Stanley Britischer Vorstoß
Von Wireless Ridge aus stoßen die B Kompanie des 2. Bataillon der Fallschirmjäger nach Moody Brook vor. Sie benutzen dafür den Höhenzug auf der anderen Seite des Tals. Die A Kompanie folgt der Port Stanley Road, dahinter folgen die D und C Kompanie. Sie erhalten den Befehl nur zur Selbstverteidigung zu schießen. Die Panzer der Blues and Royals folgen dem östlichen Verlauf von Wireless Ridge um Feuerunterstützung zu geben falls es notwendig werden sollte. Als das 2. Bataillon der Fallschirmjäger weiter vorstößt als befohlen rückt die vorderste Kompanie des 3. Bataillon der Fallschirmjäger nach. Das 45 Kommando der Marineinfanterie soll folgen wenn es dazu in der Lage ist.

Unterdessen rücken die ersten britischen Soldaten in Stanley ein. Es sind Angehörige des 2. Bataillons der Fallschirmjäger. Obergefreiter Tom Camp ist der erste britische Soldat der das äußerste Haus von Stanley passiert. Zuvor hat Oberstleutnant Chaundler seinen Soldaten den Befehl gegeben nur zu ihrer Verteidigung zu schießen. Die für einen Vormarsch in Feindesland üblichen Vorsichtsmaßnahmen bleiben jedoch in Kraft.
Oberstleutnant Chaundler, Kommandeur des 2. Bataillons der Fallschirmjäger: „Ich wollte sicher gehen das es nicht zu einem verwerflichen Abschlachten kommt. Aus moralischer Sicht kann man nicht auf einen Gegner schießen der sich in der Auflösung befindet und völlig demoralisiert ist. Als wir zur Stadtgrenze kamen begannen meine Soldaten damit die Helme abzunehmen und sie setzten sich ihre Baretts auf. Das rote Barett ist sehr symbolträchtig. Die ganze Sache war ein euphorischer Moment.“ (12)
Chaundler beobachtet den Vorstoß seiner Truppe von einer exponierten Lage des Wireless Ridge aus bis er von hinten zu Boden geworfen wird. Es ist Brigadegeneral Thompson der Chaundler wie ein Rugby Spieler von den Beinen geholt hat. Thompson machte dies aus reiner Vorsorge. Das 2. Bataillon sollte in diesem Krieg nicht noch einen Bataillonskommandeur verlieren.
Bald darauf kommt der Befehl für die Fallschirmjäger das sie nicht weiter in die Stadt vorrücken sollen. Sie dürfen nur bis zum Kriegerdenkmal von 1914 vorrücken. Es wurde als Denkmal für die im Jahre 1914 getöteten britischen Soldaten errichtet die eine Landung deutscher Truppen zurückschlagen konnten.
Das britische Hauptquartier will damit vermeiden das britische Truppen General Menendez gefangen nehmen bevor er die Kapitulation unterschrieben hat.
Effektiv gesehen war der Falkland Krieg vorüber.
Allerdings hatten die meisten Funker des 2. Bataillons ihre Funkgeräte bereits abgeschaltet. Die Einheit rückte weiter in die Stadt vor und konnte durch Brigadegeneral Thompson erst an der Pferderennbahn gestoppt werden.
Der erste Brite der in die Innenstadt von Stanley hinein geht ist der Reporter Max Hastings. Hastings hatte die Truppe, wie einige andere auch, von Anfang an begleitet. Er erreicht unbehelligt die Innenstadt von Stanley. Sein Alleingang machte deutlich das die Stadt ohne Probleme und vor allem ohne Verhandlungen einfach genommen werden konnte. Doch Thompson wollte die Verhandlungen abwarten und alles auf offizielle Beine Stellen. Damit war es gewissen argentinischen Elementen gegeben in Stanley zwischen dieser offiziell nicht erklärten Feuerpause und dem tatsächlichen Waffenstillstand mit anschließender Internierung Verwüstungen im Zentrum der Stadt anzurichten.
London Abendnachrichten
In den Abendnachrichten der BBC ist die Hauptnachricht das Einheiten der Gurkhas gemeldet hätten das über Stanley weiße Fahnen wehen würden. Es wird von vielen Briten jubelnd aufgenommen, auch wenn an der Nachricht nicht sehr viel wahres dran ist.
John Lawrence: „Ich sagte zu Jean das es jetzt wahrscheinlich noch eine große Menge von Leuten geben wird die eine schlechte Nachricht bekommen werden und zwar wegen den Kämpfen vom Wochenende. Besonders die Scots Guards wurden erwähnt, daneben die Marineinfanteristen und die verdammten Fallschirmjäger.“ (15)
John Lawrence ist der Vater von Leutnant Robert Lawrence der zur gleichen Zeit auf den 13000 Kilometer entfernten Falkland Inseln mit dem Tode ringt.
Fitzroy Feldlazarett
Leutnant Robert Lawrence M.C., Zugführer des 3. Zuges, verwundet durch einen argentinischen Scharfschützen auf Tumbledown, jetzt im Feldlazarett von Fitzroy: „Ich wartete dort vier und eine halbe Stunde lang - zuvor hatte ich zweieinhalb Stunden auf Tumbledown auf den Hubschrauber warten müssen – und es wurde weiterhin verboten mir Schmerzmittel zu geben. Das erste was sie taten war mir meine Sachen auszuziehen. Sie mussten nachsehen ob ich nicht noch andere Verwundungen abbekommen hatte die zuvor nicht zu sehen gewesen waren. Gemeint waren Dinge wie zum Beispiel ein Schrapnell, welches mein Herz oder meine Lunge hätte beschädigen können.
Ich erinnere mich verschwommen daran das ich verärgert darüber war wie sie dabei vor gingen – sie schnitten durch das Leder meiner besten Nord Irland Stiefel mit einer gigantischen Schere, schneller als man die Schnürsenkel aufbekommen hätte, und dann zerfetzten sie mir meinen besten SAS Artic Smock (Winterparka). Ich war mit meiner besten Ausrüstung in die Schlacht gezogen; ein bisschen so als ob ich in die Disco an einem Freitag gehen würde. Das war typisch für mich, viele andere machten es nicht so.
Als sie meinen Smock aufschnitten fiel eine Handgranate heraus und knallte auf den Boden. Es gab eine kleine Panik und geschlurre, aber der Sicherheitsstift steckte noch in ihr. Ich denke das ich das ein wenig amüsant fand. Dann erinnere ich mich das sie den 45er Colt fanden. Einer der Ordonanzen gab die Pistole jemand anderem der sagte >Sie ist geladen, aber gesichert<. Für einen lächerlichen Augenblick machte ich mir Gedanken um das Ding. Ich dachte die wissen vielleicht wie man mit Verwundungen umgeht, das sie aber von Waffen wie dieser keine Ahnung haben.
Ich fragte wo sie meine Pistole hinbringen würden, denn ich wollte sie auf jeden Fall wieder haben, und sie sagten das ich sie später zurück bekommen würde. Aber ich bekam sie nie zurück. Mit diesem riesigen Loch im Kopf sollte ich mir eigentlich andere Gedanken machen. Sie operierten mich kurz darauf, stoppten die Blutungen und entfernten totes Gewebe und verschiedenes anderes, Dreck und Schmutz. Dann füllten sie in die Wunde antiseptisches Gel und zogen meinen Skalp über das Loch. Von meinem Schädel war ein zehn mal zwölf Zentimeter großes Stück verlorengegangen. Doch die Risse in der Haut des Skalps die durch die Luftturbulenzen des Geschosses verursacht worden waren, passten exakt aneinander.
Ich denke die Operation hat insgesamt sieben Stunden gedauert. Ich war die meiste Zeit davon bei Bewusstsein. Ich denke tatsächlich das es eigentlich schnell ging und ich war überrascht das sie mir so halfen.“ (19)
Stanley / Britische Truppen Vorbereitungen I
1900Z | 2000LO| 1600SG | 1500FL In einem weiteren Gespräch zwischen der britischen und der argentinischen Seite wird ein direktes Treffen zwischen beiden Parteien vereinbart. Auf einer bestimmten Flugroute soll ein britischer Hubschrauber mit Vertretern der britischen Seite an einem Ort in Stanley landen. Der Hubschrauber muss mit einer weißen Parlamentärsflagge versehen werden.
Britische Truppen vor Stanley Vorbereitungen II
Es gibt Probleme auf der britischen Seite. Es steht kein Hubschrauber mit einer Parlamentärsflagge zur Verfügung. Kurzerhand wir ein geöffneter Fallschirm an den Rumpf eines Scout Hubschraubers gebunden. Hauptmann Bell und einem Oberstleutnant Rose vom SAS werden nach Stanley fliegen um ein einleitendes Gespräch mit Brigadegeneral Menendez zu führen.
Generalmajor Moor sollte in einem Sea King Hubschrauber folgen wenn die ersten Verhandlungen erfolgreich verlaufen würden. Dazu sollen weiße Markierungen an den Hubschrauber geklebt werden. Die Maschine muss jedoch an den vorgesehen Stellen erst von einem Öl- und Rußfilm befreit werden der sich durch den wochenlangen unentwegten Einsatz auf der Maschine abgesetzt hat.
Stanley / Puerto Argentino Verhandlungen
2000Z | 2100LO| 1700SG | 1600FL Der Scout Hubschrauber der Briten geht in Stanley nieder. Der Pilot hat die Maschine 500 Meter von dem abgesprochenen Landeort aufgesetzt. Ein gefährlicher Umstand, denn momentan herrscht nur eine Feuerpause und die Stadt ist voll mit argentinischen Soldaten.
Bell und Rose schlagen sich in Richtung des abgemachten Treffpunktes durch. Ihnen kommt Hauptmann Hussey entgegen der sie schließlich zu Brigadegeneral Menendez führt. Sie kommen am Krankenhaus vorbei wo Doktor Bleaney auf einem Balkon die Szene beobachtet. Rose ruft zu ihr hinüber >Sind Sie Alison?< >Ja.< >Das haben Sie Klasse gemacht!<
In einer steifen und förmlichen Verhandlung kommen sich beide Seiten schnell überein das der Kampf nicht mehr fortgesetzt werden soll. Menendez will West Falkland nicht mit in die Verhandlungen einbeziehen. Von Süd Thule ganz zu schweigen. Doch Menendez hat keine Wahl. Die Briten bestehen darauf das das Abkommen sich auf ein Ende der Kampfhandlungen auf allen Teilen des bis zum 1. April 1982 bestehenden britischen Schutzgebietes der Falkland Inseln, Süd Georgien und Süd Thule beziehen muss.
Es ist für General Menendez ein emotionaler Vorgang als er dem zustimmt. Schließlich wird der Vertrag erarbeitet der noch am gleichen Abend von Generalmajor Moore einerseits und Brigadegeneral Menendez andererseits unterschrieben werden soll. Der argentinische Truppenabzug gehört dazu. Während die argentinischen Soldaten ihren Rückweg antreten sollen die Kampfhandlungen zur See und in der Luft ruhen. Ein Friedenabkommen ist das nicht. Das wird die Aufgabe der Politiker sein.
Menendez möchte bis zur Abfahrt seiner Soldaten bei ihnen verbleiben. Die britischen Offiziere halten Rücksprache mit dem Hauptquartier auf der FEARLESS. Aber der Wunsch von Menendez wird nicht statt gegeben. Es ist den Briten nicht erstrebenswert das der Oberkommandierende General sich zwischen Tausenden von einfachen Soldaten in einem Gefangenenlager aufhält. Außerdem wird Menendez noch gebraucht, als Pfand gegen die argentinische Regierung. Auf den Falkland Inseln haben die beiden Streitparteien einen Frieden geschlossen, die beiden Regierungen jedoch nicht. Es ist denkbar das die argentinische Regierung zu weiteren Luftschlägen gegen die Inseln ausholen könnte. Denkbar, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich. Zum Schluss salutiert Menendez vor Bell und Rose und gibt beiden die Hand.
Die Unterzeichnung des Vertrages soll um 2000FL in Stanley erfolgen. Die Kapitulation um 2059FL in Kraft treten.
Ohne den energischen Einsatz von Doktor Alison Bleaney wäre es nicht zu Kapitulationsverhandlungen gekommen. Die ganze Zeit über hatte sie ihre kleine Tochter Emma auf dem Arm. Emma, obwohl erst ein paar Wochen alt, war die Geheimwaffe von Alison Bleaney. Sie wusste das die Argentinier verrückt nach kleinen Kindern waren.
Stanley / Puerto Argentino Chaos
In die Stadt, die normalerweise knapp 1500 Einwohner aufweist, drängen jetzt Tausende argentinischer Soldaten. Sie sind auf der Suche nach Nahrung und einem Dach über dem Kopf. Häuser werden aufgebrochen und ausgeraubt, verwüstet und einige angezündet. Eine ordnende Hand gibt es nicht mehr. Die argentinischen Streitkräfte sind zusammengebrochen. Die Bewohner von Stanley verbarrikadieren ihre Türen und Fenster. Die Lage ist brandgefährlich. Frustrierte Soldaten ziehen schwer Bewaffnet durch die Straßen. Am Hafen wird ein Munitionsdepot von enttäuschten Soldaten in Brand gesteckt. Explodierende Munition fliegt herum. In den Straßen liegen tote Argentinier, getroffen durch britische Schrapnelle oder Verwundete die den weiteren Weg nicht mehr geschafft haben. Waffen, Munition, Ausrüstungsteile und Uniformen liegen auf den Straßen teilweise Hüfthoch. Viele tragen ihre Waffen schon nicht mehr.
Doch Übergriffe auf die Zivilisten gibt es keine.
Stanley / Puerto Argentino Unterschriften
2000FL Nach einem ruppigen Flug durch einen heftigen Schneesturm landet der Sea King Hubschrauber mit Generalmajor Jeremy Moore in Stanley. Er geht die Stufen zum Gouverneurshaus empor und betritt das Gebäude mit einer Flasche Whiskey in der einen und der Kapitulationsurkunde in der anderen Hand.
Die Unterzeichnung dauert eine knappe halbe Stunde. Brigadegeneral Menendez möchte das Wort „bedingungslos“ hinter dem Wort „kapituliert“ streichen lassen. Schließlich stimmt Moore dem zu. Es ist eine kosmetische Korrektur, mehr nicht. Die Kapitulation ist bedingungslos.
„Ich, der unterzeichnende, Kommandeur aller argentinischer Land-, See- und Luftstreitkräfte auf den Falkland Inseln kapituliere XXXXXXXXX vor General J.J. MOORE CS OBE MC als Repräsentant der Regierung ihrer Majestät.
Aufgrund der Kapitulationsbedingungen sollen sich alle Angehörigen der argentinischen Streitkräfte an Sammelpunkten einfinden die von Generalmajor Moore zu benennen sind und dort ihre Waffen, Munition, alle anderen Waffen und Kriegsgerät an General Moore oder britische Offiziere übergeben werden die in seinem Namen handeln.
Nach in Kraft treten der Kapitulation werden alle Angehörigen der argentinischen Streitkräfte korrekt und ehrenhaft unter der Anwendung der Genfer Konvention von 1949 behandelt werden.
Diese Kapitulation tritt um 2359 Uhr ZULU am 14. Juni (2059 lokaler Zeit) in Kraft und für alle Angehörigen der argentinischen Streitkräfte verbindlich die sich im Raum Port Stanley, des weiteren auf Ost Falkland, West Falkland und allen abseits liegenden Inseln befinden.“ (21)
Die Zeremonie findet unter Ausschluss der Presse statt. Moore ist damit auf Menendez zugegangen. Beide haben letzten Endes keinen Presserummel gewollt. Der Hauptgrund war jedoch das er Menendez keine Bühne bieten wollte um sich in Szene zu setzen. Es war bekannt wie Rex Hunt am 2. April das argentinische Militär blamierte in dem er die wohl inszenierte Presseveranstaltung im Zuge seiner Absetzung durch die Argentinier zum platzen brachte.
Die Zeremonie findet im Arbeitszimmer von Menendez statt. Auf der einen Seite sitzen die britischen Vertreter. Sie kommen direkt von der Front und haben ihre verschmutzten Tarnuniformen an. Die Argentinier dagegen haben ihre besten Ausgehuniformen angelegt. Ihnen wird eine auf einer einfachen Schreibmaschine heruntergetippte Seite vorgelegt. Die Uhrzeiten sind mit Hand eingetragen. Menendez unterschreibt das Dokument. Der Krieg ist vorüber.
Nach dieser Zeremonie und dem Ableisten der Unterschriften, tritt Generalmajor Moore vor das Gebäude des Gouverneurs. Auf den Stufen vor dem Gebäude erwartet ihn eine große Menschenmenge. Er verliest eine Mitteilung: „Um 21.00 Uhr Ortszeit hat sich mir heute am 14. Juni 1982, Brigadegeneral Menendez mit allen seinen Streitkräften und Kriegsgerät auf Ost und West Falkland in Stanley ergeben. Es sind Vorbereitungen getroffen worden die Waffen und Ausrüstungen der argentinischen Truppen zu deponieren sowie ihre Munitionslager zu kennzeichnen und zu sichern. Die Falkland Inseln befinden sich wieder unter der von ihren Einwohnern gewünschten Regierung. Gott schütze die Königin.“ (22)
Anschließend stürmte eine jubelnde Menge auf Moore zu und hob ihn auf ihre Schultern. Die anschließende Freudenfeier dauerte bis tief in die Nacht.
Major Mike Norman hisst unterdessen die Fahne der Falkland Inseln am Fahnenmast am Gouverneurshaus. Es ist eine Fahne mit einem Mäuseloch in einer Ecke. Die Fahne die Ewen Southby-Tailyour gestohlen hatte als er Kommandant der Naval Party 8901 gewesen war. Norman hatte am 2. April als Kommandeur eben jener Einheit, die Stanley gegen die argentinische Invasion verteidigte, angekündigt das er wieder kommen würde. Das war vor zehn Wochen gewesen. Jetzt sagte Norman zu den Reportern „Es war schön nach Stanley zurückzukommen. Wir sagten ja das wir wieder kommen würden.“ (23)
Die Menge eskortiert Generalmajor Moore durch die Innenstadt bis zur Kathedrale in der Nähe des West Store. Terry Spruce, Manager der Falkland Island Company, Besitzer des Geschäftes: „Wir schüttelten uns die Hände. Er brachte eine Flasche Whisky mit, obgleich wir davon genug im Lager hatten. Er sagte „Ich bin Jeremy Moore. Entschuldigen Sie bitte das wir so lange bis hier her gebraucht haben. Danach hatten wir eine verrückte laute Party. Ich gab einen Tost auf Maggie Thatcher und die Task Force aus und dann einen auf die Königin. Eigentlich hätte ich es anders herum machen müssen. Dann sagte Jeremy Moore ein paar Worte an die ich mich aber nicht mehr erinnern kann. Ich denke niemand kann sich mehr an seine Worte erinnern. Ich weiß nur noch von dem Lärm aus Hochrufen und Jubel und die Ausgelassenheit.“ (24)
Doch die Freude war nicht ungetrübt.
Nap Bound, Einwohner von Stanley: „Die Szene war erschreckend, jenseits aller Worte. Ich erlebte Gefühle einer tiefsten Depression und Benommenheit.
Ich stand am Straßenrand und sah einen Rinnsal aus trübsinnigen jungen Soldaten die auf dem Weg in Richtung Osten waren. Sie zogen ihre Gewehre hinter sich her, durch den Matsch und Dreck auf der Straße. Langsam stieg ihre Zahl auf Tausende an, alle zeigten das selbe schreckliche Bild. Einige waren verwundet und wurden von Freunden an ihrer Seite gestützt. Andere hatten das meiste ihrer Kleidung verloren, einschließlich ihrer Stiefel.
Gewehre, Munition und Ausrüstungsteile lagen verstreut in den Straßen. Die meisten die wir sahen waren junge Wehrpflichtige die nur noch diese ganzen grausigen Erlebnisse vergessen wollten. Aber dann, und dann immer wieder konnte, man diese hoch trainierten Offiziere sehen wie sie arrogant in ihren sauber gepflegten Uniformen daher kamen.
Der Morgen war so kalt gewesen und im Verlauf des Tages begann es leicht zu schneien. Als sie das Hotel passierten, vor dem ich stand, war dort ein Priester auf dem Gehweg, der viele der Verwundeten und Ermatteten segnete.“ (26)
Eileen Vidal, Bewohnerin von Stanley: „Ich machte mich mit meiner Tochter Leona auf den Weg entlang der Ross Road zum Gouverneurshaus um die britischen Soldaten zu treffen. Dort waren zwei tote Argentinier, sie lagen mit dem Gesicht nach unten am Boden. Ich kann noch diese kleine verschmutze Hand sehen wie sie sich auf dem Bürgersteig ausstreckt. Ich fühlte nichts – das ist wirklich sehr furchtbar. Ich wusste nicht wie Hartherzig ein Krieg einen machen kann.
Wir gingen an ihnen vorbei und als wir später den selben Weg wieder zurück kamen hatte sie irgendjemand zugedeckt.
Aber das, was all die Jahre mich begleitet hat, das ist diese kleine verschmutzte Hand.“ (27)
(1) Martin Middlebrook, The Falklands War 1982
Viking Penguin Inc., London 2001, S. 363
(2) Martin Middlebrook, The Falklands War 1982
Viking Penguin Inc., London 2001, S. 364
(3) Martin Middlebrook, The Falklands War 1982
Viking Penguin Inc., London 2001, S. 365
(4) Martin Middlebrook, The Falklands War 1982
Viking Penguin Inc., London 2001, S. 365
(5) John Lawrence / Robert Lawrence MC
Tumbledown, when the figthing is over
A personel Story, 22 Books, Kent 1997 S. 34-39
(6) Martin Middlebrook
The Fight for the Malvinas, The Argentines Forces in the Falklands War
Viking Penguin Inc., London 1989, S. 259-260
(7) Martin Middlebrook
The Fight for the Malvinas, The Argentines Forces in the Falklands War
Viking Penguin Inc., London 1989, S. 260
(8) Martin Middlebrook
The Fight for the Malvinas, The Argentines Forces in the Falklands War
Viking Penguin Inc., London 1989, S. 261-262
(9) Martin Middlebrook
The Fight for the Malvinas, The Argentines Forces in the Falklands War
Viking Penguin Inc., London 1989, S. 265-267
(10) Martin Middlebrook
The Fight for the Malvinas, The Argentines Forces in the Falklands War
Viking Penguin Inc., London 1989, S. 270-271
(11) Martin Middlebrook, The Falklands War 1982
Viking Penguin Inc., London 2001, S. 374-375
(12) Martin Middlebrook, The Falklands War 1982
Viking Penguin Inc., London 2001, S. 375
(13) Martin Middlebrook, The Falklands War 1982
Viking Penguin Inc., London 2001, S. 376
(14) Sir Lawrence Freedman
The Official History of the Falkland Campaign, Vol. II, War and Diplomacy
Routledge, UK 2005, S. 645
(15) John Lawrence / Robert Lawrence MC
Tumbledown, when the figthing is over
A personel Story, 22 Books, Kent 1997 S. 40
(16) John Lawrence / Robert Lawrence MC
Tumbledown, when the figthing is over
A personel Story, 22 Books, Kent 1997 S. 46-48
(17) John Lawrence / Robert Lawrence MC
Tumbledown, when the figthing is over
A personel Story, 22 Books, Kent 1997 S. 48-49
(18) John Lawrence / Robert Lawrence MC
Tumbledown, when the figthing is over
A personel Story, 22 Books, Kent 1997 S. 49
(19) John Lawrence / Robert Lawrence MC
Tumbledown, when the figthing is over
A personel Story, 22 Books, Kent 1997 S. 49-51
(20) Martin Middlebrook, The Falklands War 1982
Viking Penguin Inc., London 2001, S. 377
(21) Paul Eddy / Magnus Linklater / Peter Gillman
Falkland, der Krieg vor den Toren der Antarktis
Seewald Verlag, Stuttgart 1984, S. 343
(22) Paul Eddy / Magnus Linklater / Peter Gillman
Falkland, der Krieg vor den Toren der Antarktis
Seewald Verlag, Stuttgart 1984, S. 343-344
(23) Paul Eddy / Magnus Linklater / Peter Gillman
Falkland, der Krieg vor den Toren der Antarktis
Seewald Verlag, Stuttgart 1984, S. 343-344
(24) Martin Middlebrook, The Falklands War 1982
Viking Penguin Inc., London 2001, S. 379
(25) Graham Bound
Falkland Islanders at War, Pen & Sword Military, UK 2006, S. 211
(26) Graham Bound
Falkland Islanders at War, Pen & Sword Military, UK 2006, S. 212
(27) Graham Bound
Falkland Islanders at War, Pen & Sword Military, UK 2006, S. 212
Verfasst am 14.06.2007 19:59:49 Uhr Montag, 14. Juni 1982 -Teil 1 - Puerto Argentino Die letzte Landung
0405Z | 0505LO| 0105SG | 0005FL In der Nacht landet die letzte C-130 Hercules Transportmaschine auf dem Flugplatz von Puerto Argentino (Stanley). An Bord eine Haubitze im Kaliber 155mm und Munition. Der Pilot riskiert am Boden von britischen Granaten getroffen zu werden. Nach einem kurzen Aufenthalt soll sie wieder in Richtung Argentinien starten. Es ist die letzte Landung einer Argentinischen Maschine auf dem Flugplatz. Die Haubitze fällt den britischen Truppen später unbenutzt in die Hände.
Für den Rückflug hat die Hercules 72 Verwundete und Kranke argentinische Soldaten an Bord. Außerdem noch zehn Luftwaffenangehörige des Bodenpersonals. Diese Soldaten gehörten höchst wahrscheinlich zu einem Routineaustauschprogramm. Ihre Dienstzeit auf den Falkland Inseln war abgelaufen. Seit zwei Wochen werden die Angehörigen des Bodenpersonals nach und nach ausgewechselt. Auf diesen letzten Flügen verlassen fast alle sich noch auf der Insel befindlichen Piloten das Kriegsgebiet. Kein einziger Heeresoffizier wird in diesen letzten Tagen ausgeflogen.
Die Maschine will sich in Startposition begeben als Leuchtkugeln den Flugplatz erhellen. Es sind britische Leuchtgranaten die an Fallschirmen langsam zum Boden schweben. Granaten fliegen ein. Doch sie sind nicht für die Hercules bestimmt. Die Besatzung und alle die laufen können verlassen sofort das Flugzeug.
Unterdessen erreicht eine argentinische Fokker F-28 den Luftraum von Stanley. An Bord die Kanoniere der 155mm Haubitze und Brigadegeneral Daher der zuvor in Buenos Aires der Junta bericht erstattet hatte. Doch die Hercules am Boden steht auf der Landebahn und Granaten schlagen am Boden ein. Der Pilot dreht bei und fliegt nach Argentinien zurück. Später wird man Brigadegeneral Daher Feigheit vor dem Feind vorwerfen und ihn anklagen.
Später in der Nacht wird eine zweite Hercules Maschine von der argentinischen Bodenkontrolle wieder zurück geschickt. Harrier patrouillieren über den Ost Falkland Inseln. Eine Landung wäre zu riskant gewesen.
Wireless Ridge Gefecht II
Die D Kompanie setzt zum Angriff auf der rund 800 Meter langen Höhe des Wireless Ridge an um den Hügel zu säubern sie Stellungen im Osten einzunehmen. Alle verfügbaren Waffen werden auf den Höhenzug gerichtet. Die Panzer, die Maschinengewehrzüge, Milanraketen und die Schiffsartillerie belegen den Höhenzug mit massivem Feuer. Die Maschinengewehre der leichten Panzer sind mit Nachtsichtgeräten ausgerüstet. Die Besatzungen an den Maschinengewehren können ganz deutlich jede Bewegung der Argentinier sehen. Wo die Panzer hinschießen feuern auch die Maschinengewehre der Infanterie hinein. Zwei der leichten Panzer fallen beim Vorrücken in Granattrichter argentinischer 155mm Granaten.
Die britische Artillerie beschießt als Einleitung des Angriffes der D Kompanie den Höhenzug des Wireless Ridge. Eine Granate schlägt zu dicht bei der D Kompanie ein und tötet einen britischen Soldaten und verwundet einen weiteren. Die 8. Batterie feuerte indessen in einer so schnellen Schussfolge das nur eine beständige Luftbrücke mit Hubschraubern die Munitionsversorgung gewährleisten kann.
Als die D Kompanie zum Sturm ansetzt wenden sich die Argentinier teilweise zur Flucht. Verschiedene Stellungen bieten jedoch massiven Widerstand und beschießen die Briten mit Maschinengewehren und rückstoßfreien Kanonen. Ein Fallschirmjäger wird von argentinischen Kugeln getroffen, ein zweiter durch Schrapnelle einer britischen Granate, beide sind tot.
Von Tumbledown wird die D Kompanie unter massives Infanteriefeuer genommen. Es kommt aus argentinischen Stellungen die die Scots Guards noch nicht hatten einnehmen können. Außerdem beschießt die argentinische Artillerie die Vorstoßachse der D Kompanie. Unterdessen beschießen auch argentinische Stellungen auf Mount William die vorrückenden Fallschirmjäger auf Wireless Ridge. Doch die Einnahme von Wireless Ridge ist nicht mehr zu stoppen.
Südwestlich von Mount Harriet Rückzug
0430Z | 0530LO| 0130SG | 0030FL Major Bethell hat es geschafft seine Infanteristen zurück zu den Panzern auf der Piste nach Stanley zu bekommen. Zwei britische Soldaten wurden von Argentiniern getötet. Der Vorstoß ist gescheitert. Die Einheit zieht sich schnellst möglich hinter die Linien des 42. Kommandos zurück.
Die Argentinier hielten diesen Vorstoß für die Angriffsspitze mit der die Briten zum letzten Schlag gegen ihre Stellungen ausholen wollte. Man glaubte dem Feind einen empfindlichen Schlag versetzt zu haben und wertete die Aktion als Erfolg. Doch es war ein Erfolg der Briten. Abgelenkt von diesem Angriff auf der Piste nach Stanley konnten sich die Scots Guards unbemerkt den Höhen von Tumbledown nähern.
Tumbledown Gefecht II
Leutnant Anthony Frazer, Kommandeur des 14. Zuges: „Nach gut vier Stunden unter ständigem Beschuss begannen sie uns zu verhöhnen. Sie riefen in ihrem schlechten englisch zu uns herüber und forderten uns auf zu kapitulieren und so was.
An einem gewissen Zeitpunkt schoss Feldwebel Dalgliesh vom 15. Zug einen Mann in den Kopf. Er benutzte dazu ein Nachtsichtgerät. Der Argentinier schrie eine halbe Minute herum, es war eher die Karikatur eines Schreies. Ich dachte der macht einen Scherz mit uns, später fand ich heraus das er dabei krepiert war. Dann hörte man Major Kiszley rufen: >Wer hat da geschossen?< Es kam keine Antwort, so das er noch mal losbrüllte. Dann antwortete Dalgliesh kleinlaut und Major Kiszley rief zurück >Gut gemacht!< Das, und die Schreie von da drüben hoben wieder unsere Moral.
Die Moral meines Zuges war sehr schlecht. Die Kälte war unglaublich. Wir lagen seit fast vier Stunden am Boden. Die meisten der Männer hatten nichts zu tun. Ich fühlte wie die Kälte, die Gefahr und die Machtlosigkeit etwas dagegen unternehmen zu können den Zug immer und immer kleiner werden ließ.
Ich dachte das es besser wäre wenn wir auf der linken Seite hinter den Felsen in Deckung gehen würden. Der ganze Zug stand auf und begann vorwärts zu rennen aber alle fielen der Nase lang hin; unsere Beine waren eingeschlafen. Es gab eine Menge Gelächter, dann versuchten wir es noch mal.“ (1)
Schließlich gelingt es dem 13. Zug in die Felsen auf der linken Flanke der Argentinier einzusickern. Sie können damit zwischen den höchsten Felsformationen vorstoßen und eine Feuerbasis errichten von der aus sie die Hauptstellungen der Argentinier überblicken können.
Oberstleutnant Scott berät sich mit Major Kiszley, dem Kompanieführer der G Kompanie die an vorderster Front liegt. Kiszley will im Schutz einer Wand aus Artilleriegranaten vorrücken um die argentinischen Stellungen dann mit Raketenwerfen und Handgranaten ausschalten zu können. Der Plan birgt das Risiko von der eigenen Artillerie getroffen werden zu können. Die Funkverbindung ist störanfällig und durch den torfigen Boden bedingt sinken die Geschütze beim Feuern ein und können nicht zielgenau feuern. Trotzdem stimmt Scott dem Vorschlag zu. Die Scots Guards müssen sich bewegen. Weiterer Stillstand wäre der sichere Tod.
0530Z | 0630LO| 0230SG | 0130FL Mit dem einsetzenden Beschuss durch die britische Artillerie rücken die Scots Guards gegen die argentinischen Stellungen vor. Schnell können fünf Stellungen überrannt werden. Die vorrückenden britischen Soldaten stoßen zu den sich bereits zwischen den Felsen befindlichen Scots Guards vor.
Feldwebel McGuinness, 13. Zug auf den Felsen: „Es war wie auf dem Schiessstand. Wir nahmen die linken Seite mit all unseren 66mm Panzerabwehrraketen. Stuart, der Zugführer, informierte den Kompanieführer davon wo wir uns befanden und bat um die Erlaubnis das Feuer eröffnen zu dürfen. Dann schossen wir alle gleichzeitig – mit einem sehr guten Erfolg; wir hörten viele Schreie. Wir hatten nur sechs Nachtsichtgeräte. Ich nahm das Ziel mit meinem Gerät ins Visier, legte es beiseite und schoss mit der 66mm in die Richtung und sagte den Männern das sie in diese Richtung feuern sollen wenn die Rakete explodiert. Wir überraschten sie völlig., wir konnten sehen wie sie panisch herumsprangen um in Deckung zu gehen. Das erlaubte dem Rest der Kompanie vorwärts zu gehen; wir konnten sie sehen und unser Feuer genau vor sie lenken. Es fühlte sich verdammt gut an. Wir spürten in unseren Herzen das unsere Aktion die gesamte Kompanie davor bewart hat ausradiert zu werden.“ (2)
Es kommt zum Hauptgefecht. Stellungen werden mit Hanggranaten gesprengt und es entwickeln sich Mann gegen Mann Kämpfe. Es wird mit allen Waffen gekämpft die zur Verfügung stehen. Tumbledown wird mit Abstand die brutalste Schlacht des ganzen Falkland Krieges mit alles Brutalitäten die ein Krieg bieten kann. Auf britischer Seiten fallen ein Sektionsführer und ein weitere Soldat der Einheit. Doch die Gruppe setzt den Kampf fort. Die ersten Argentinier ergeben sich andere verlassen in Panik ihre Stellungen andere Kämpfen bis zum Untergang.
Im Verlauf der Kampfhandlungen verringert sich die Zahl der für den Kampf zur Verfügung stehenden britischen Soldaten immer mehr. Je weiter man vorstößt desto mehr Soldaten müssen für die Bewachung der Gefangenen abgestellt werden. Außerdem müssen die eingenommenen Gebiete gesichert werden um einen Vorstoß aus übersehenen Stellungen zu vermeiden. Zum Schluss erreichen nur drei Mann und der Kompanieführer den Gipfel von Tumbledown.
Leutnant Vázquez: „Um 0100 hatten die Briten die meisten unserer Fuchslöcher eingenommen und besetzt und konnten nun unsere Position überblicken. Ich realisierte das wir hier nicht mehr lange würden überleben können. Ich befahl deshalb den 81mm Granatwerfern auf unsere Position zu feuern. Der Gedanke war das die Briten mehr Verluste erleiden würden als wir. Es überraschte die Briten völlig das wir noch in der Lage waren das Feuer zu eröffnen und es brachte sie in eine gewisse Unordnung. Die Briten zogen sich nach hinten auf einen höheren Ort zurück. Auf diese Weise konnten wir ihren ersten Angriff abwehren. Ich denke wir waren darüber mehr überrascht als die Briten.
Dann gab es eine Pause. Wir begannen Sachen wie >Bravo< zu rufen und so was. In einem englischen Buch steht das wir in den Stellungen gesungen hätten, aber das ist nicht war; wir haben nur gerufen. Unsere Verluste waren leicht – etwa fünf Tote und ein Paar Verwundete. Ich übermittelte die Lage an den Kompanieführer. Er fragte mich ob ich mich zurückziehen will, aber ich sagte ihm das die Briten sich zurückgezogen hätten und sie uns noch nicht unter Kontrolle gebracht hatten und ich standhalten will. Es war die letzte Möglichkeit gewesen dort noch heraus zu kommen.
Punkt 0200 begannen die Briten einen neuen Angriff. Der Kampf begann auf die gleiche Weise wie zuvor, aber diesmal waren die Briten in den Felsen über und hinter uns wo sie mehrere Maschinengewehre in 25 Meter Entfernung zu mir aufgestellt hatten. Unsere Pionierabteilung eröffnete zuerst das Feuer, denke ich. Ich rief meinen Kompanieführer an und bat ihn das Feuer einzustellen. Da stellte ich fest das die Pioniere sich bereits zurückgezogen hatten und niemand hatte es mir gesagt. Das Feuer war ein Ärgernis und ich wusste nicht wie effektiv es war weil wir innerhalb des Zuges kein Funkgerät hatten; wir übermittelten alles über Zurufe entlang der Linie. Ein Maschinengewehr auf den Felsen schoss genau in meine Stellung, und ich hörte damit auf Befehle zu brüllen. Ich feuerte zwei Panzerabwehrgranaten in ihre Richtung, doch das Maschinengewehr war bereits durch eine Maschinengewehr von meiner linken Seite ausgeschaltet worden, durch einen jungen Wehrpflichtigen. Das die Briten Leuchtspurgeschosse verwendeten half uns dabei ihre Positionen ausfindig zu machen. Wenn die Entfernung zum gegnerischen Maschinengewehr außerdem größer als 30 Meter betrug, so hatte man noch genug Zeit den Kopf runter zu nehmen wenn man sie auf sich zufliegen sah.
Die Schlacht dauerte an als die Situation zwischen 0230 und 0300 wieder brenzlig wurde, ich entschied das die Granatwerfer nochmals direkt auf unsere Positionen feuern sollten. Aber diesmal gab es unter den Briten kaum Ausfälle, denn jetzt hatten sie sich genauso gut in Sicherheit gebracht wie meine Männer. Als die Artillerie das Feuer einstellte begann der Kampf von neuem. Die Briten wandten nun eine andere Taktik an. Sie griffen jetzt unsere Positionen von verschiedenen Richtungen gleichzeitig an. Die Taktik kostete uns eine Menge Verluste und sie nahmen eine Stellung nach der anderen ein. Die meisten Verluste gab es bei uns ab etwa 0300. Es war der Zeitpunkt wo Leutnant Silva getötet wurde – er kämpfte wie ein Held. Es passierte als ein Maschinengewehrschütze auf meiner rechten Seite getötet wurde und sein Ladeschütze verwundet wurde. Silva brachte den Verwundeten in Deckung und kehrte mit einem seiner Leute zu dem Maschinengewehr zurück. Der Mann wurde dann auch getötet – der Hauptkampf tobte jetzt dort. Leutnant Silva ermunterte alle Leute in seiner Abteilung dazu weiter zu kämpfen. Es war sehr gefährlich da die Briten bereits sehr dicht an diese Position herangekommen waren. Silva wurde durch einen Schuss in die Brust und einen weiteren in den Arm getroffen und getötet. Ein Soldat kam den ganzen Weg von dort zu mir herüber um mir das zu berichten – eine weitere herausragende Aktion. Eine weitere Sache an die ich mich erinnere ist das ich einen meiner Leute von den 60mm Granatwerfern – Marineinfanterist Rotela – befahl das er seinen Granatwerfer senkrecht ausrichten sollte und alles an Munition zu verfeuern die noch da war. Er führte den Befehl aus und schoss 54 Granaten senkrecht ab.“ (6)
Wireless Ridge Gefecht III
0600Z | 0700LO| 0300SG | 0200FL Das 2. Bataillon der Fallschirmjäger hat sich auf Wireless Ridge festgesetzt. Das Hauptquartier vermutet das die geflüchteten argentinischen Kräfte sich im Bereich Moody Brook im Schutze der Nacht neu formieren um einen Gegenschlag durchzuführen. Dem soll das 2. Bataillon der Fallschirmjäger zuvor kommen. Die Fallschirmjäger werden angewiesen die Anhöhe zu verlassen um im Moody Brook Tal eine Neugruppierung argentinischer Kräfte zu unterbinden. Die Fallschirmjäger haben jedoch noch vor dem ersten Tageslicht wieder auf Wireless Ridge zurückzusein.

Tumbledown / Mount William Gurkhas stoßen vor
0630Z | 0730LO| 0330SG | 0230FL Die Gurkhas stoßen nördlich von Tumbledown vor nach dem die Scots Guards auf Tumbledown massive Bodengewinnen gemacht haben. Ihr Ziel ist Mount William südwestlich von Tumbledown. Ihr Weg soll sie durch die westlichen Stellungen der Argentinier führen die sie aus deren Rücken angreifen sollen bevor sie Mount Harriet angreifen sollen. Doch der Vorstoß kommt zum erliegen. Präzises Artilleriefeuer der Argentinischen Seite verwundet acht Gurkhas schwer. An ein vorwärst kommen ist nicht zu denken.
Westlich von Mount Harriet Welsh Guards in Position
0700Z | 0800LO| 0400SG | 0300FL Die Welsh Guards erreichen ihre vorgeschobene Angriffsposition. Ihre Aufgabe ist es bei den Kämpfen um Tumbledown einzugreifen falls es nötig werden sollte. Sollten die 1/7 Gurkhas oder die Scots Guards Verstärkung benötigen, so sollen die Welsh Guards von Süden kommen Tumbledown angreifen.
Ihre Dienste werden jedoch nicht benötigt. Die Welsh Guards entsenden eine Aufklärungskompanie gegen den Berg Mount William während sie auf ihre Verwendung warten.
Tumbledown Gefecht III
0800Z | 0900LO| 0500SG | 0400FL Nur drei Mann und der Kompanieführer der G Kompanie haben den Gipfel des Tumbledown erreicht. Es ist Major Kiszley der nun mit drei Mann diesen Gipfel verteidigen muss. Hinter ihnen liegt das Gefechtsfeld das noch gesichert werden muss. Mehr als 700 Meter der Verteidigungslinie der Argentinier haben sie aufgerollt. Zurück können sie nicht. Argentinische Maschinengewehrnester versperren ihnen den Rückweg. Von der gegenüberliegenden Anhöhe werden sie mit Maschinengewehren beschossen. Weitere britische Soldaten schaffen es bis an diese vorgeschobene Position. Es ist der äußerste Rand dessen was das Zielgebiet dieser Kompanie war.
Wireless Ridge Gefecht IV
Kurz vor dem Morgengrauen versucht die argentinische Seite einen Gegenangriff gegen Wireless Ridge. In Kompaniestärke gehen die argentinischen Soldaten zum Angriff über.
Soldat Horacio Benítez: „Wir stellten uns auf, die gesamte Kompanie in eine Linie. Dort gab es keine Bäume, keine Felsen, keine Deckung. Es war wie eine Weihnachtsparty; alles mögliche flog herum, Leichtspurgeschosse der Maschinengewehre flogen zwischen beiden Seiten hin und her, Granatwerfer, Raketenwerfer. Das Tal war mehr als einen Kilometer breit. Wir mussten zunächst den Hügel hinunter gehen um auf der anderen Seite wieder aufzusteigen. Als wir den Fuß des Bergrückens erreichten feuerten die Briten Leuchtkugeln ab und verwandelten die Nacht zum Tag. Wir hielten und jeder sah zum Nebenmann so als ob man sagen wollte >Was sollen wir jetzt machen?< Wir konnten drei britische Maschinengewehr Stellungen sehen die auf uns schossen. Dann sahen wir wie die Briten herauskamen und ihre Raketen auf uns abfeuerten. Von da an war es so, als ob ein Feuerball auf uns zu kommen würde. Wir hatten so etwas noch nie gesehen. Wir haben solche Waffen nicht in unserer Armee. Es war so wahnsinnig das einige von uns sich umwanden und fortliefen; die Briten verfolgten sie mit ihrem Feuer. Sie wussten nicht wohin sie rennen sollten.
Der Rest von uns begann vorwärts zu gehen aber nur 20 Mann schafften es auf die Spitze. Ich war einer von ihnen. Sechs von uns teilten sich in zwei Gruppen auf. Meine Gruppe ging mit Leutnant Aristiaga und zwei Mann gingen rechts herum. Der erste der von ihnen getroffen wurde war Rinaldi. Er wurde ins Knie getroffen. Dann Leutnant Aristiaga, er wurde in den Nacken getroffen. Die Kugel traf seinen Rosenkranz. Als das geschah sprangen wir auf. Da war eine Maschinengewehr Stellung und ich befand mich hinter ihr; ich war nur ein paar Meter von ihr entfernt und es war mir möglich unter ihrem Feuer hindurch vorzugehen weil sich gerade dort eine Erdvertiefung befand. Feldwebel Vallejos befahl mir das ich mit meinem Maschinengewehr das Feuer eröffnen soll. Ich verschoss ein Magazin mit 20 Schuss. Als ich das Magazin wechselte sah es so aus als ob die Briten über mich lachen würden. Ich schoss wieder. Dann schossen die Briten schnell auf uns. Ich feuerte ein weiteres Magazin, dann ging ich in Deckung. Sie begannen damit Handgranaten auf uns zu werfen. Neben mir war ein andere Junge, er hieß Aumassane. Eine Granate fiel genau neben ihn und die Sprengkraft wirbelte ihn durch die Luft. Er war schwer verwundet. Er hatte sechs Klumpen Metall in seinem Rücken. Er ging an mir vorüber – er wusste nicht mehr was er tat – und er sagte zu mir das er jetzt zurück gehen wird. Er gab sein Gewehr dem einen, und seine Munition einem anderen und ging davon. Dann kam eine andere Granate, eine Phosphorgranate, und seine Kleidung fing Feuer. Wir sagten ihm das er verschwinden soll weil er wie eine Fackel wirkte. Er begann sich am Boden abzurollen um seine Kleidung zu löschen. Ich weiß nicht wie, aber rettete sich selbst. Wir taten verrückte Sachen, wir waren so verrückt.
Der Kampf ging weiter. Die Briten waren in den Felsen vor uns. Einer unserer Männer, Ricardo Barrios, war auch in den Felsen, nicht weit von den Briten entfernt, und feuerte Panzerabwehrgranaten mit seinem Gewehr auf sie. Wahrscheinlich dachten die Briten das wir viel mehr wären, aber wir waren nur wenige. Wir dachten wir hätten nur eine Patrouille vor uns, dabei war es das ganze Bataillon der Fallschirmjäger. Wir hatten keinen Kontakt zu unserem Hauptquartier. Wir waren isoliert. Ich war dabei mir Munition von einem der toten Männer zu nehmen. Ich fand eine handvoll, aber als ich dabei war das Magazin meiner Waffe zu füllen, sah ich auf und sah die Briten plötzlich vor mir. Einer zielte mit seinem Gewehr auf mich und schoss. Die Kugel traf die Seite meines Helmes, drang in mein Auge, durchschlug es und blieb in meinem Hinterkopf stecken. Das erledigte mich.“ (9)
Die britische Seite setzt alle verfügbaren Geschütze gegen diese argentinische Aktion ein. Völlig demoralisiert ziehen sich die argentinischen Soldaten zurück. Ihr Rückzug wird von anderen argentinischen Einheiten beobachtet. In großer Anzahl verlassen argentinische Soldaten ihre Stellungen in Moody Brook, Mount William, Tumbledown und Sapper Hill.

Der Fehlschlag des Gegenangriffes führt im argentinischen Hauptquartier zu einer tiefen Krise. Es gab jetzt keine Verteidigungspositionen die durch die Natur begünstigt den Argentinier zur Verfügung stand. Zwischen den Briten und Stanley ist nur noch offenes Gelände mit den Artilleriestellungen der Argentinier. Das 2. Bataillon der Fallschirmjäger steht in der Nähe der Kaserne der Naval Party 8901 von Moody Brook, keine drei Kilometer von den ersten Häusern von Stanley entfernt. .
Die argentinische Infanterie leistet keinen Widerstand mehr. Die Artillerie der Argentinier schießt jedoch unverdrossen weiter. Mit einem Scout Hubschrauber werden AS 11 Panzerabwehrraketen gegen eine argentinische Artilleriestellung abgefeuert. Kampflugzeuge können bei dem schlechten Wetter nicht eingesetzt werden.
Der Kampf um Wireless Ridge ist zu Ende. Mehr als 100 Argentinier liegen tot auf dem Schlachtfeld. Die verbliebenen Soldaten der auf 500 geschätzten Verteidiger haben sich zur Flucht nach Stanley gewandt. Das 2. Bataillon der Fallschirmjäger hat drei Soldaten verloren, 11 wurden verwundet.
Goose Green hatte Fehler aufgezeigt. Sie wurden alle beim Angriff auf Wireless Ridge ausgemerzt. Massiver Artilleriebeschuss hatte die Argentinier zusammengeschossen. Alleine 228 Granaten im Kaliber 114mm der Schiffsartillerie sind auf den Stellungen niedergegangen, dazu Hunderte von 105mm Geschossen der Feldartillerie. Die leichten Panzer haben einen unschätzbaren Dienst beim Angriff auf die gut ausgebauten Stellungen erwiesen. Brigadegeneral Thompson wird es als eine Aktion aller Waffen bezeichnen.
Die Argentinier werden es Mord nennen.
Der Gegenangriff gegen die britischen Fallschirmjäger auf Wireless Ridge ist zwar gescheitert, doch nimmt man im argentinischen Hauptquartier an das er den Vormarsch der Briten zumindest zeitweise gestoppt ist. Eiligst werden die letzten Kräfte mobilisiert um bei Moody Brook eine letzte Verteidigungslinie auf zu bauen. Ein letztes 105mm Geschütz und eine handvoll argentinischer Soldaten sollen den Vormarsch der Briten aufhalten. Es ist der Grundstein für die „Legende vom letzten Geschütz“ des argentinischen Heeres das der britischen Armee in einem heroischen Kampf Widerstand geleistet hat.
Doch es wird nie eingesetzt. Die Fallschirmjäger wurden auch nicht gestoppt, sondern, sehr zu ihrem Missfallen, von Brigadegeneral Thompson zum Halten befohlen. Im britischen Hauptquartier glaubt man das der Zusammenbruch bevorsteht und will keine weiteren britischen Soldaten opfern. Im Bereich Wireless Ridge will man abwarten und setzt die Artillerie ein um etwaige Vorstöße der Argentinier im Keim zu ersticken.
Tumbledown Gefecht III
0815Z | 0915LO| 0515SG | 0415FL Verstärkungen erreichen den Gipfel des Tumbledown. Die britischen Geländegewinne werden gesäubert. Verwundete werden geborgen. Eine argentinische Mörsergranate trifft eine Gruppe britischer Krankenträger und tötet zwei auf der Stelle, acht werden verwundet. 30 Argentinier liegen Tod auf dem Schlachtfeld, 20 wurden gefangen genommen. Auf Argentinischer Seite hatte der Kommandeur in Stanley um mehr Munition nachgefragt. Doch er erhält die Aufforderung zum Rückzug als Antwort.
Tumbledown Vorbereitungen zum letzten Stoß
0905Z | 1005LO| 0605SG | 0505FL Der westliche Teil von Tumbledown wird als gesichert vermeldet. Die Right Flank Kompanie kommt jetzt zum Einsatz. Diese Kompanie war zunächst als Reserve fünf Stunden lang zurückgehalten worden. Ihr Ziel sind die westlichen Stellungen der Argentinier auf Tumbledown. Es wird vermutet das sich eine weitere feindliche Kompanie dort aufhält. Die Briten müssen sich beeilen. Die Nacht neigt sich dem Ende zu. Es gibt keine Artillerieunterstützung für diesen Angriff. Zum einen geht die Munition langsam aus, zum anderen müssen andere wichtige Ziele beschossen werden. Zwei Züge gehen vorwärts, sie sind bedacht darauf keinen Lärm zu machen. Mit Nachtsichtgeräten gehen die britischen Soldaten vor. Ein Argentinier wird gesichtet und mit einer 66mm Rakete beschossen. Die Rakete trifft den Felsblock hinter ihm, die Splitterwirkung tötet ihn auf der Stelle.
Feldwebel Bob Jackson: „Wir bewegten uns vor in dem die halbe Abteilung vorrückte während die andere Abteilung Feuerschutz gab, wir deckten uns gegenseitig und nahmen die Stellungen einer nach der anderen. Alles lief gut. Da war eine Rinne im Felsen mit drei Stellungen am Eingang – einfach ausgeführt, hastig errichtet. Diese nahmen wir sofort. Ich denke es waren nur sechs oder sieben Argentinier. Drei oder vier wurden getötet; die Überlebenden hoben ihre Hände und ergaben sich – aber sie hatten keine Angst oder gerieten gar in Panik, es waren gute Soldaten.
Der Zug stieß an dieser Stelle weiter vor und der Kompanieführer kam nach vorne. Er entschied das wir zunächst zwei Maschinengewehre in Position bringen müssen ehe wir weiter vorgehen könnten. Das war der Punkt wo ich mein Gewehr nieder legte.“ (3)
Feldwebel Jackson wird ohne Gewehr gegen argentinische Stellungen vorgehen. Auszug aus der Verleihungsurkunde der Military Medal für Feldwebel Jackson: „Sein Gewehr zurücklassend, nur bewaffnet mit Handgranaten, stieg Feldwebel Jackson unter Beschuss die nassen und rutschigen Felsen empor, und überwand 40 Meter bis zu den feindlichen Stellungen. Nachdem er 15 Meter hoch die zerklüfteten Felsen empor gestiegen war, griff er mit nur einer Hand die gegnerischen Positionen an und zerstörte sie mit seinen Handgranaten.“ (4)

Dies ermöglichte es dem 3. Zug vorzurücken. Leutnant Robert Lawrence M.C., Zugführer des 3. Zuges: „Mein Kompaniechef Simon Price, die beiden Führer der anderen Züge, Mark Mathewson und James Dalrymple, und ich, wurden direkt von Major Kiszley auf den argentinischen Maschinengewehrposten eingewiesen der jetzt vor uns lag. Wir entschieden uns ihn über die rechte Flanke anzugreifen.
Ich führte meinen Zug auf die rechte Seite zu einer Rinne und Marks folgte uns. Eine der großen Probleme bei einem Angriff über die rechte Hand war das man nicht wusste wo der Feind sich befand. Wir konnten wenn wir schließlich nach links schwenkten entweder zu weit entfernt vor ihm oder zu weit hinter ihm auftauchen. Es war grundlegend das man den schwenk präzise auf den Feind ausführte um ihn von der Seite anzugreifen.
Nicht weit in der Rinne sammelt ich ein Gewehr mit einem Infrarotnachtsichtgerät auf. Ich sah einige Argentinier wie sie sich zwischen den Positionen auf der Rückseite des Tumbledown bewegten. Ich pflückte vier von ihnen heraus. Dann rief ich über Funk den Zug von James Dalrymple um uns von der linken Flanke aus Feuerunterstützung zu geben und bat ihn darum einiges an Feuer auf die argentinische Maschinengewehrstellung zu geben so das wir sehen konnten wo sie sich befindet. Außerdem hoffte ich das deren Feuer dazu führte das die Argentinier ihre Köpfe unten hielten wenn wir zum Angriff übergingen.
Warum auch immer: in der Minuten wo wir unseren Angriff starteten sah uns der Posten am Maschinengewehr kommen und verlegte sein Feuer auf uns. Wir schmissen uns auf den Boden, Marks Zug schloss zu uns auf und dann begannen wir das Feuer zu erwidern. Ich begann nach vorne zu kriechen, etwa 10 oder 15 Meter und ich erinnere mich daran das die Angst mich völlig ergriffen hatte. Da flogen überall Kugeln herum – von James Zug von links, von den Argentiniern von vorne und von meinen Burschen hinter mir. Und die Kugeln prallten von den Felsen ab. >Das wars<, dachte ich, >Das ist das Ende<. Und als ich mein kriechen fortsetzte wollte ich in die Erde versinken, das Gesicht runter in die Erde.
Endlich erreichte ich einen Felsen und versuchte den Sicherungsstift aus einer Handgranate mit weißem Phosphor zu ziehen. Ich hatte zuvor noch nie eine solche Granate eingesetzt und stellte fest das die Sicherungsstifte schwer zu ziehen waren. Alleine konnte ich den verdammten Stift nicht herausbekommen. So musste ich unter Feuer den ganzen Weg wieder zum Obergefreiten Simpson zurückkriechen. Er hielt dann den Sicherungsstift und ich die Granate, und zusammen brachten wir das Ding heraus. Ich hielt den Sicherungsbügel festumklammert als ich wieder den Weg zurückkroch, hin zu meiner Position hinter dem Felsen. Ich brüllte zu meinen Männern das sie das Feuer einstellen sollen, dann schleuderte ich das Ding in die Luft, und die Granate flog geradenwegs in den Maschinengewehrposten und explodierte.
Ich sprang auf und brüllte und meine Männer folgten mir. In diesem Moment dachte ich bei mir >folgen sie wirklich mir? Oder renne ich alleine vorwärts?< Ich warf einen Blick um mich und hatte den unglaublichen und überwältigenden Anblick, alle waren aufgesprungen und rannten. Ich erinnere mich das ich in diesem Moment dachte das das das richtige Leben ist, das Leben auf des Messers Schneide. Überwältigend. Fantastisch. Nichts würde das von nun an Toppen können. Sollte ich jetzt nach London zurückkehren und meine Wohnung wäre ausgebrannt, so wäre das im Vergleich hierzu völlig uninteressant.
Das andere was ich feststellte war das die Leute nicht so wie in einem Film starben. Wenn ein Mann getroffen wurde, werden Stücke von ihm heraus gerissen, doch er bricht nicht sofort zusammen. Er kann immer noch weitermachen. Es braucht einen enormen Aufwand um einen Mann umzubringen. Mitunter braucht man drei oder vier Schuss bevor er stirbt.
Ganz zu Beginn hatte man uns erzählt das die Argentinier schlecht ausgerüstet seien und sofort flüchten wenn wir kommen. Das war ein weiterer Mythos. Die erste argentinische Stellung die wir einnahmen war voll mit Packungen und Packungen von Fressalien. Sie hatten keinen Mangel daran. Sie stapelten sie sogar auf um ihre Füße in den Stellungen vom Wasser am Boden fernzuhalten. Und das andere was die Argentinier nicht taten, war wegrennen.
Es waren viele Argentinier in den Maschinengewehrstellungen. Sie hatten Uniformen amerikanischen Schnittes an, große grüne Parkas mit ihrem Tragegestell darüber. Ich erinnere mich daran das ich meinen ersten Gefangenen durchsuchte. Ich wollte einen 45er Colt als Souvenir mit nach England zurücknehmen.
Der Horror bei dem ersten Gefangenen war das er sich wie eine Schlange wand. Schlangen haben mehr Angst vor einem Menschen als umgekehrt. So war es auch bei diesem Gefangenen. Ich hatte Angst davor das die Gefangenen möglicherweise cleverer und schneller waren als ich und sie mich töten könnten oder irgendwas anstellten das ich sie würde töten müssen. Es war eine grauenhafte Erregung, man fühlte diese fürchterliche Anspannung jede Minute und sie brach immer wieder aus.
Es gab Panik wenn wir die Argentinier aufforderten ihre Hände hochzuheben und sie in dem Tumult sich an ihren Gewehren festklammerten. Wir brüllten >Werft eure verfickten Gewehre auf den Boden!< Aber sie verstanden uns nicht.
Als unser Vorstoß zum halten kam, und wir mit der Versorgung der Verwundeten und der Gefangenen begannen, kamen wir unter das Feuer von Scharfschützen die aus den Klippen vor uns auf uns feuerten. Es war eine große Gefahr dort herumzustehen wo wir uns befanden, so bewegten wir uns weiter. Ich nahm mir zwei meiner Guardsmen und wir stießen weiter in Richtung auf das Stanley zugewandte Ende von Tumbledown vor. Wir umrundeten einen zerklüfteten Felsen und die ganze verdammte Welt schien zu explodieren.
Gewehrfeuer, Granaten, Explosionen, Sprengfallen vielleicht, alles auf der anderen Seite das Felsen explodierte, so sprangen wir schleunigst zurück. Guardsmen Pengelly, der mit mir gekommen war, begann den Felsen zu ersteigen um von oben herab das Feuer auf die Argentinier als Scharfschütze eröffnen zu können. Beim klettern wurde er getroffen und fiel herunter, verwundet, aber nicht tot. Ich fühlte das ich die Bewegung aufrecht erhalten musste. Ich schnappte mir zwei oder drei Leute, inklusive dem Obergefreiten Rennie und Feldwebel McDermot, und wir umrundeten den Felsen auf der anderen Seite und wir stürmten hinunter – ein Bursche rannte während der andere ihm Deckung gab. Ich erinnere ich mich das ich immer wieder dachte das das nur ein Film wäre.
Es begann hell zu werden und ich sah auf dem Gras und dem Felsen einen Argentinier liegen, mit dem Gesicht nach unten, die Arme nach hinten verschränkt. Ich dachte bei mir >ist er tot, oder lebt er noch?< Doch anstelle ihn nur zu treten oder anzustoßen stach ich ihm mein Bajonett in die Rückseite seines Armes, mir war meine Munition ausgegangen. Er wirbelte sich wie wild am Boden herum. Und mein Bajonett stieß noch mal zu. Und als er da am herumwirbeln war schaffte er es einen 45 er Colt aus einem Armeeholster unter seiner Feldbluse zu ziehen. So bleib mir nichts anderes übrig als ihn zu erstechen. Ich stach und stach ihn immer und immer wieder, in den Mund, in sein Gesicht, in die Gedärme, immer mit meinem aufgepflanzten Bajonett.
Es war der reinste Horror. Einen Mann mit einem Bajonett zu Tode zu stechen ist nicht der sauberste Weg jemanden zu töten. Was das Ganze noch an Horror steigerte war das er anfing mich auf englisch anzubetteln >Bitte....< Aber wenn ich das nicht beendet hätte, so hätte er mich in den Rücken schießen können.
Als ich ihn schließlich verließ, nahm ich sein FN Gewehr vom Boden auf, lief weiter, erschoss einen Scharfschützen, nahm auch sein Gewehr und lief weiter. Ich lief mit anderen Männern weiter bis plötzlich Guardsmen McEntaggart auf mich zu kam und sagte >Entschuldigen Sie bitte Sir, ich glaube ich wurde getroffen.<
Ich dachte >sei nicht blöd, ob man getroffen wurde merkt man doch.< Er hatte tatsächliche eine Wunde in seinem Oberarm.
Ich wollte zu diesem Zeitpunkt immer noch wie von Sinnen zum argentinischen Kommando- und Versorgungsbereich vorgehen, der sich am äußersten Ende von Tumbledown befand. Wenn wir diesen Bereich erst ein mal eingenommen hatten, hatten wir den gesamten Berg eingenommen. Es lag genau in der Richtung nach Stanley – dem Tor auf das wir alle zu stürmten.
Hinter mir waren die Männer der verschiedenen Züge damit beschäftigt sich um die Verwundeten und die Gefangenen zu kümmern, aber ich sah zu das ich weiter nach vorne kam. Ich rannte nach vorne, andere Leute kamen auf verschiedenen Routen hinter mir her. Ian Bryden, unser stellvertretender Kompanieführer kam schneidig entlang auf der Spitze des Berges und vollführte alle nur erdenklichen Heldentaten. Feldwebel Jackson gab sein Gewehr einem Guardsmen und ging alleine fort, mit nur zwei Handgranaten, um einige Argentinier auszuschalten. Was für ein unglaubliches Vorgehen.
Ich erinnere mich das ich die Lichter von Stanley vor uns sah und dachte wie merkwürdig das war das sie die Beleuchtung nicht abgestellt hatten. Eigentlich erwartete man das in einem Krieg. Ich ging zu Guardsmen McEntaggart zurück und als ich bei ihm war, ich kann es nicht erklären warum, rief ich >Ist das nicht ein Spaß?!<
Sekunden später passierte es. Ich fühlte einen Windstoß an meinem Hinterkopf, es fühlte sich mehr so an als ob mich ein Zug getroffen hätte und nicht eine Kugel. Es war ein Hochgeschwindigkeitsgeschoss, das mit 1150 Metern pro Sekunde anflog und durch die Luftturbulenzen und die Schockwelle welche es begleiten so große Schäden hervorruft. Ich fand das alles später heraus. Alles was ich zu diesem Zeitpunkt wusste war das meine Knie versagten und ich zusammenbrach und total paralysiert auf den Boden fiel.“ (5)
Westlich von Mount Harriet Welsh Guards in Position
0915Z | 1015LO| 0615SG | 0515FL Oberstleutnant Rickett bietet seine Dienste der 5. Brigade an. Es ist offensichtlich das die Gurkhas und die Scots Guards die Dienste seiner Welsh Guards nicht benötigen. Er bittet deshalb um Erlaubnis auf sein Ziel, Sapper Hill vorstoßen zu dürfen. Doch das Hauptquartier lehnt ab. Die Welsh Guards sollen zunächst bis 1400Z | 1500LO| 1100SG | 1000FL in ihrem jetzigen Sammelraum verbleiben.
Unterdessen stellt die Aufklärungskompanie der Welsh Guards fest das es keine Argentinier auf Mount Harrier gibt.
Tumbledown Gefecht IV
1000Z | 1100LO| 0700SG | 0600FL Die Right Flank Kompanie erreicht ihre Angriffsposition gegen die verbliebenen Stellungen der Argentinier am westlichen Ende von Tumbledown. Feuerunterstützung wird die Left Flank Kompanie aus der linke Flanke geben während die Right Flank Kompanie zum Sturm ansetzt. Es gibt keine Artillerieunterstützung. Stattdessen hat man alle noch verfügbaren Panzerabwehrraketen herangeschafft mit denen die Stellungen gesprengt werden sollen.
Der erste Angriff ist Erfolgreich. Mit Panzerabwehrraketen werden die vorderen Stellungen weggesprengt. Die Right Flank Kompanie dringt in den Verteidigungsgürtel der Argentinier ein und geht zum Nahkampf über. Das Gefecht wird zwei Stunden dauern.
Leutnant Vázquez: „Gegen 0700 Uhr hielten wir nur noch zwei Fuchslöcher – meins und das links von mir. Alle unsere Maschinengewehre hatten keine Munition mehr und unsere Munition war auch am Ende. Ich hatte viele Verwundete. Vier Briten erreichten dann das andere verbliebene Fuchsloch und warfen eine Phosphorhandgranate hinein. Beide Männer wurden verwundet und einer durch eine Sterling Maschinenpistole niedergemäht als er aus dem Loch herausrannte. Ich sprach über Funk mit dem Bataillonskommandanten um 0700, schilderte ihm die Lage und bat um Verstärkung. Er sagte das es keine geben werde.
Um 0715 sah ich aus meiner Stellung wo drei Briten sich niederknieten und mir ihre Waffen auf zwei Meter Entfernung vor die Nase hielten. Das war dann das Ende für mich.“ (7)
Auf argentinischer Seite waren die Männer um Leutnant Vásquez die Helden von Tumbledown. Sie hielten die Scots Guards für mehrere Stunden auf. Der Zug von Vásquez erlitt 50 Prozent an Ausfällen, sieben sind Tod. Sie töteten fünf Guardsmen und verwundeten weitere 20 bis 30.
Leutnant Robert Lawrence M.C., Zugführer des 3. Zuges, verwundet durch einen argentinischen Scharfschützen: „Der Schmerz in meinem Hirn war absolut unbeschreiblich. Die Wunde war so heiß und brannte so fürchterlich das ich mich im Matsch und dem Schnee wälzen wollte. Aber ich konnte mich nicht bewegen. Nach einer gewissen Weile kam ein wenig Gefühl in meine rechte Seite zurück. Und ich erinnere mich das dachte, Oh mein Gott, weil ich mich nicht bewege wird jeder der hier vorbei kommt denken das ich tot bin, deshalb wird auch niemand kommen um mir zu helfen.
Ich denke das Feldwebel McDermot der erste war der kam. Er nahm mir mein Barett vom Kopf - eine Kopfbedeckung die uns vom Stahlhelm der Argentinier unterschied – und aus meinem Kopf ergoss sich Blut. Ich denke das Mark Mathewson als nächster bald darauf eintraf. Er hatte die Idee Schnee in die Wunde zu packen, welches sich als eine sehr gute Idee erweisen sollte. Dann wurde ich von dem bohrenden Gedanken gepackt das ich meine Leute in eine Falle gelockt hatte und das ich sterben würde nur weil ich ein so blödsinniger Draufgänger gewesen war.
Dann begann ich mir um meine Familie zu Hause sorgen zu machen, und um Mitty, meine Freundin zu dieser Zeit. Ich wurde sehr sehr sehr panisch bei dem Gedanken sterben zu müssen. Zu diesem Zeitpunkt verlor ich mehr als zweieinhalb Liter Blut. Die Temperaturen lagen unter Null Grad und der Chill Faktor des Windes ließ sie noch weiter sinken. Es gab gerade einen scheußlichen Schneesturm. Ich fragte mich wohin der Zug die Schlafsäcke der Leute bringen würde die Verwundet werden und wo zum Teufel der Hubschrauber bleibt der mich hier rausbringen soll.
Ich erinnere mich daran das ich richtig wütend wurde, zu Feldwebel McDermot sah und sagte: >Geh an dein verdammtes Funkgerät und finde raus wo der Hubschrauber bleibt. Ich bin am sterben.<
Er sah zu mir, er wirkte hilflos, er sagte >Mein Funkgerät funktioniert nicht, Sir.<
Es war alles grässlich und nicht zu beschreiben, aber eins wusste ich, das es jetzt nicht der Punkt war ihn voll zuheulen. Dann, mit all der Angst und der Frustration, begann ich plötzlich zu weinen.
Feldwebel McDermot kam zu mir und sagte, >Nur zu, Sir, das weinen wird ihnen helfen.<
Ich dachte bei mir, du Bastard, ich will gar nicht weinen. Ich habe nur für eine Minute geweint, gerade als er das mit dem Weinen sagte hatte ich wieder aufgehört und mir fest vorgenommen nicht mehr zu weinen.
Kurz darauf kamen wir unter heftiges Artilleriefeuer von Stanley aus, und Mark Mathewson brüllte die anderen an das sie von mir weg gehen sollen. Er vermutete das man und gesehen und unter Beschuss genommen hatte. Er hatte damit vollkommen Recht. Es gab keinen Grund dafür das hier noch jemand sterben musste. Feldwebel Oaks, der Feldwebel der Sanitäter, blieb bei mir, dazu noch ein paar andere. Sie legten sich über mich um mich warm zu halten.
In der Zeit wo dies alles passierte, landete eine enorme Artilleriegranate keine zwei Meter von uns entfernt. Ich erfuhr das später. Wäre diese Granate explodiert, keiner von uns wäre heute noch am Leben.“ (16)
Moody Brook Hubschrauber
Die Reste der argentinischen Einheit die den erfolglosen Gegenangriff gegen die britischen Fallschirmjäger auf Wireless Ridge unternommen hatten, ziehen sich in Richtung Moody Brook zurück.
Soldat Juan Diez: „Wir gingen zurück nach Moody Brook, übergaben dort unsere Verwundeten machten uns auf den Weg hinunter nach Puerto Argentino. Wir wurden noch von diesem Hügel aus beschossen. Plötzlich tauchte dieser Hubschrauber hinter dem Bergrücken auf. Er feuerte eine Rakete ab die einen unserer Männer in den Bauch traf und ihn in zwei Teile zerriss – ein direkter Treffer. Ich wurde durch den Luftdruck umgeworfen und durch Maschinengewehrkugeln die vom Hubschrauber aus abgefeuert wurden in den Arm, das Bein und die Ferse getroffen. Eine weitere Kugel traf mich noch in die Taille. Ich wollte am Leben bleiben und so machte ich meinen Weg nach Puerto Argentino und hoffte das ich das Hospital der Kelpers erreichen konnte. Ein argentinischer Doktor sah nach mir und ein Zivilst gab mir eine direkte Bluttransfusion, so dass ich jetzt auch britisches Blut in mir habe und ich seit dem tatsächlich jeden Nachmittag eine Tasse zu mir nehme. Der Schmerz setzte kurz darauf ein; es war fürchterlich, dann gaben sie mir Morphium.“ (10)
Tumbledown Gefecht V
1200Z | 1300LO| 0900SG | 0800FL Die westliche Seite von Tumbledown ist unter Kontrolle der britischen Truppen. Sieben Argentinier sind gefallen, 14 werden gefangengenommen. Die Argentinische Seite bereitet einen Gegenangriff vor.
Leutnant LaMadrid, Zugführer an seinem 22. Geburtstag: „Man Zug wurde vorausgeschickt; er war in der besten Verfassung und der Ort war gut gewählt. Es war Dunkel, aber die Briten feuerten Leuchtkugeln. Ich bewegte mich mit meinen Männern vorwärts. Ich hatte die Taktik einen Gegenangriffes bei Nacht an der Kadettenschule ein Jahr zuvor praktiziert und so wusste ich theoretisch wie so was vor sich gehen musste. Außerdem hatte ich eine spanische Übersetzung eines amerikanischen Ausbildungshandbuches über die Führung einer Infanterie Kompanie mit auf die Malvinas genommen. Meine Männer waren willig doch hatten sie dieses Gelände noch nie im hellen gesehen. Meinerseits hielt ich mir ein Telegramm meines Vaters, ein Geschichtsprofessor, vors geistige Auge. Er sagte: > ihr müsst bis zum Ende kämpfen – Sieg oder Tod – Gott wird dich beschützen.< Ich dachte das ich mit diesem Segen auf den Tod vorbereitet wäre. Ich zog vor in Ehren zu sterben statt als Angsthase. Ich konnte mich nicht mit der Idee abfinden nach Hause zu kommen ohne gekämpft zu haben.
Wir bewegten uns durch eine Kluft in den Felsen. Ich ließ meine Männer ausschwärmen wo wir kämpfen sollten. Mein Befehl lautete das wir hier niemanden durchlassen außer argentinische Soldaten. Ich ging vorwärts um Aufklärung zu betreiben und konnte sehen das die Briten zwei Maschinengewehre und einen Raketenwerfer einsetzten. Ich ging zu einer anderen Kluft in den Felsen hinüber und wurde von drei englisch sprechenden Männer überrascht die mir über meinen Kopf hinwegschossen. Ich konnte sie durch mein Nachtfernglas sehen; dort waren zwölf von ihnen. Ich sah zu das ich zu meinem Zug zurückkam. Ich nahm eine Gewehrgranate und feuerte sie auf die Stelle ab wo ich den ersten Briten gesehen hatte. Ich hörte die Explosion und einige Rufe und Schmerzensschreie und die Geräusche von jemanden der von einem Felsen stürzt. Ich lief zu meinen Leuten zurück und befahl ihnen das Feuer zu eröffnen. Wir konnte sie stoppen, aber sie zerstreuten sich umgingen uns und kamen aus unseren Flanke auf uns zu; ihr Einsatz war gut organisiert. Sie beschossen uns mit leichten Granatwerfern und Raketenwerfern. Dies ging eine lange Zeit so und wir erlitten schwere Verluste, acht waren tot, zehn verwundet. Uns begann die Munition auszugehen, besonders von den Maschinengewehren. Ich konnte erkennen das wir ausgeflankt waren, die Briten waren hinter uns, so waren wir von der Kompanie abgeschnitten worden. Mehrere meiner Männer gerieten in Gefangenschaft.
Ich reorganisierte meine Einheit und stellte fest das ich nur noch 16 Mann hatte. Ich begann den Rückzug. Die Briten über mir feuerten mit Maschinengewehren, aber wir bewegten uns dicht an den Felsen, immer unter Beschuss durch die Maschinengewehre. Ich ließ sechs Mann zurück die uns mit einem Maschinengewehr den Rücken decken sollten, aber wir waren wirklich die gesamte Zeit am kämpfen und durften den Kontakt untereinander nicht verlieren. Sie kamen schnell hinter uns her und wir bewegten uns weiter zurück. Der gesamte Hügel war in britische Hand gefallen und wir befanden uns auf niedrigem Niveau unter ihnen genau südlich von Moody Brook. Wir hätten nach Stanley gehen können, doch sie legten ein akkurates Sperrfeuer in unseren Weg. Wir mussten warten bis sie einmal das Feuer unterbrechen würden. Dabei verlor ich drei weitere Männer: Tod. Ich hatte zum Schluss noch 13 Mann, von 54 mit denen ich losmarschiert war. Sieben Mann stießen später als Verstärkung zu uns.“ (8)
Die Scots Guards verlieren auf Tumbledown acht Mann und 35 wurden verwundet. Sieben Tote und 21 Verwundete alleine bei der Left Flank Kompanie. Auf argentinischer Seite liegen 16 Tote, 45 sind verwundet. Die Schlacht um Tumbledown hat fast zwölf Stunden angehalten. Es war die am besten ausgebaute Verteidigungsbastion der Argentinier, gehalten von den besten Truppen die sie aufbieten konnten.
Britische Artilleriebeobachter beziehen Stellung auf Tumbledown. Der gesamte Bereich von Stanley und Moody Brook kann jetzt direkt eingesehen werden. Durch die Artilleriebeobachter eingewiesen eröffnet die britische Artillerie ein äußerst präzises Feuer auf argentinische Einheiten.
Leutnant Robert Lawrence M.C., Zugführer des 3. Zuges, verwundet durch einen argentinischen Scharfschützen:
„Zum Schluss, zwei Stunden später (nach dem Leutnant Lawrence getroffen worden war), kam der Hubschrauber angeflogen. Der Copilot, ein Kerl namens Jay, brachte mich mit Feldwebel Oaks zu ihm herüber und lud mich ein. Ich fand wieder später heraus das der Pilot, Sammy Drennan, gar nicht hätte hierher fliegen dürfen, er hatte die Linie auf seiner Karte überflogen bis zu der er sich der Front nähern durfte. Sammy war zuvor ein Feldwebeldienstgrad bei den Scots Guards bevor er zu den Heeresfliegern gewechselt war. Als er gehört hatte wie viele Verwundete die Scots Guards zu beklagen hatten, war er losgeflogen um so viele von ihnen zu retten wie es ihm nur möglich war. Er hätte dabei abgeschossen werden können – für die Argentinier war er ein lohnendes Ziel. Doch er wurde nicht abgeschossen und er wurde später dafür mit einer Verdienstmedaille ausgezeichnet.
Der Hubschrauber flog einige Male zum Tumbledown und wieder zurück. Jay erzählte mir das, als sie so einen Flug gemacht haben, Sammy durch waghalsige Flugbewegungen Bodenschuss ausweichen musste und sie kamen dabei über die See. Jay dachte das Sammy verrückt geworden wäre. Der sagte dabei >Guck mal, was für tolle Seelöwen!< Die riskieren ihr Leben da oben und Sammy dachte dabei an Seelöwen!
Ich hatte so viel Blut verloren in den zweieinhalb Stunden wo ich in den Bergen auf den Hubschrauber warten musste, das es ein Wunder war das ich noch lebte. Es gab nichts mehr das ich noch in den Hubschrauber tropfen konnte. Aber dann kam die Todesangst wieder zurück. Ich hatte eine absolute Angst davor zu sterben. Es war so leicht zu sterben. Wenn ich einen Schock bekommen sollte wäre ich tot. Das, oder ich falle ins Koma. Aber sie bemühten sich mich wach zuhalten damit ich nicht sterbe.
Es gab nicht viel Platz in dem Hubschrauber, so dass mein Kopf während des Fluges aus der Tür herausschaute. Jay versuchte mich aufrecht zu halten, und er zog seinen aus Wolle hergestellten Artic Pullover aus und legte ihn mir um den Kopf um mich vor dem eiskalten Wind zu schützen. Doch er wurde sofort davon geblasen. Sammy flog in einem halsbrecherischen Tempo um uns alle da raus zu bringen.
Der Schmerz in meinem Gehirn war unerträglich; mehr als 45 Prozent meines Gehirn waren weggeblasen worden. Doch durfte ich kein Morphium oder andere Schmerzmittel bekommen. Es bestand die Gefahr das mich das umbringen könnte. So wollte ich mich dazu verleiten mich diesem Schmerz zu ergeben, doch dazu war ich zu ängstlich.
Ich kämpfte wie die Hölle gegen das Sterben an.“ (17)
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